Wolfgang Clement stellt einen Antrag auf Arbeitslosengeld II

Seht die tiefen Kluften dieses Mannes seht der Faltentäler grauen Grund. Hell war sein Organ, das sagt: Ich kann es!

Dunkel nun sein Schweigen, Nacht der Mund.

Matt umschließt ein Trauerrand das Schreiben, Tinte will nicht fließen, klebt wie Hartz, Arbeit, irgendeine, er will bleiben, hunderttausendmal, das Blatt ist schwarz.

Einst trug er wie Atlas Welt und Wille. Einst stand er im Sturm wie Eichenholz. War er nicht der Laut in jeder Stille? Stimmlos nun und ohne jeden Stolz. Niemand hört das Wimmern Wolfgang Clements, Schweigen ist das Echo seines Elends.

Fritz Eckenga: Jahreshauptversammlung meiner Ich-AG

Rettungsreime - Verlag Antje Kunstmann, München 2005 - 149 S., 9,90 e