Am Montag haben sich im libyschen Sirte etwa 40 afrikanische Staats- und Regierungschefs versammelt, um sich auf eine gemeinsame Afrika-Politik zu einigen. Die afrikanischen Politiker wollen ihre Forderungen an die Vertreter der wichtigsten Industriestaaten formulieren, die am Mittwoch zum G8-Gipfel in Gleneagles (Schottland) zusammenkommen.

"Hätten sie die Wahl, würden sich die meisten Länder lieber selbst aus der Armut herausarbeiten als von Almosen zu leben" , sagte UN-Generalsekretär Kofi Annan, der an dem Treffen der Afrikanischen Union (AU) teilnahm.

Annan begrüßte zwar, dass die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industrienationen und Russlands (G-8) zuletzt eine Ausweitung der Entwicklungshilfe und einen Schuldenerlass für einige afrikanische Staaten beschlossen hätten. Allerdings hoffe er auch, dass die Grundlagen des Welthandels überdacht werden. Ziel müsse es sein, die Doha-Agenda so zum Abschluss zu bringen, dass afrikanischen Staaten künftig mehr Zugang zu den Märkten der reicheren Nationen ermöglicht werde. Viele landwirtschaftlich geprägte Entwicklungsländer sind bislang international nicht konkurrenzfähig, weil Bauern in europäischen Staaten oder der USA zu stark subventioniert werden.

Darüber hinaus versprach Annan, weiter für eine internationale Unterstützung der AU bei der Lösung afrikanischer Konflikte einzutreten. "Etwa die Hälfte aller bewaffneten Konflikte spielen sich in Afrika ab, und fast 80 Prozent aller UN-Friedenstruppen sind in Afrika stationiert", betonte er. Annan mahnte die afrikanischen Politiker, weiter nach Kräften die "Millenniums-Ziele" zu verfolgen, die unter anderem eine Halbierung der Armut bis 2015 vorsehen. Afrika sei da im Vergleich mit anderen Entwicklungsländern im Rückstand.