Die Bild-Zeitung zu lesen, kann belohnt werden. Sogar preiswürdig sein. Dieses Kunststück haben jetzt die Informanten und Redakteure des Bildblog (www.bildblog.de) vollbracht. Sie machen das Beste aus ihrer Lektüre, in dem sie Falsches aufspießen, Unglaubwürdiges nachrecherchieren und offenlegen, wenn Bild handwerkliche Standards missachtet oder Menschen auf die eine oder andere Weise publizistisch grob fahrlässig verletzt. Dafür haben die beiden verantwortlichen Journalisten von Bildblog, Stefan Niggemeier und Christoph Schultheis, jetzt den Grimme Online Award in der Kategorie "Information" bekommen. Verliehen wird er vom Grimme-Institut aus Marl. Wenn Bild-Redakteure unkritisch mit der Sekte Scientology umgehen, wenn sie meinen, sie dürften einen schwer belasteten, aber noch nicht verurteilten Mann, der zwei Kinder vergewaltigt haben soll, als "Bestie" bezeichnen, dann geht das bei Bildblog nicht unkommentiert durch. Genau so vermerken die kritischen Beobachter, wenn die Bild vor Gericht verurteilt wird, weil sie wieder einmal Fotos von Prominenten gedruckt hat, von der man im Blatt genau wusste, dass sie nicht veröffentlicht werden dürfen. Im Falle Franziska von Almsicks etwa waren es Fotos aus deren Privatleben, das die frühere Leistungs-Schwimmerin seit längerem abschottet – und deshalb ein Recht darauf hat, nicht in die Bild-Öffentlichkeit gezerrt zu werden. Wer Bildblog liest, kann sich wirklich eine Meinung bilden – über die Bild-Zeitung. (Götz Hamann)