Ludwig-Holger Pfahls hat gestanden. Noch bevor sein Prozess begann, am Dienstag dieser Woche. Er hat eingeräumt, in seiner Zeit als Rüstungs-Staatssekretär in Bonn dem unterdes nach Kanada entfleuchten Waffenhändler Karlheinz Schreiber bei Panzergeschäften zu Diensten gewesen zu sein. Gegen Millionen, versteht sich.

Die Sache hatte, man erinnert sich, gemeinsam mit dem nachfolgenden Parteispendenskandal der CDU, erschütternde politische und menschliche Konsequenzen: Die Union verlor erst einmal jede Wahlchance - Pfahls war lange auf der Flucht.

Dass nun das Geständnis aufklärerischen Wert hat, muss niemand wirklich befürchten. Was es für den Täter bedeutet, ist hingegen sonnenklar: eine milde Strafe von gut zwei Jahren, ohne Bewährung. Der Mechanismus, der dieses so freundlich bewirkt, muss dem Angeklagten weitläufig bekannt erschienen sein. Er gibt und nimmt - hier auf immerhin umstrittenem Wege im Namen des Volkes, damals auf verbotenen Pfaden im eigenen. Tat und Strafe folgen also einem Muster. Oder anders: Der Staat dealt mit dem Dealer.

Umstritten sind derartige Urteilsabsprachen, seit es sie gibt. Immerhin hat der BGH ein paar Voraussetzungen formuliert, an die sich die Kammer in Augsburg ostentativ hält. Dennoch hängt schon am ersten Tag ein übler Geruch im Saal. Andernorts werden Wirtschaftsstrafsachen über Jahre verhandelt. Hier wird die Chose bald vom Tisch sein. Lange bevor es eine wirkliche Antwort auf die Frage gibt: War diese Republik käuflich?