Als siebtgrößte Wirtschaftsmacht nimmt China zum zweiten Mal an einem G8-Gipfel teil. Dabei geht es mit Blick auf China um zehn Kernfragen:

Währung
Die USA drängen China zu einer Aufwertung seiner Währung. Die feste Koppelung des Yuan an den amerikanischen Dollar verbillige chinesische Exporte, erhöhe das Handelsdefizit Amerikas und koste Arbeitsplätze, so der Vorwurf der USA. Doch Fachleute argumentieren, dass eine Aufwertung daran wenig ändern würde. China lässt sich nicht unter Druck setzen und reformiert sein Wechselkurssystem schrittweise.

Handel
Der starke Anstieg chinesischer Exporte von Textilien nach dem Wegfall der Quoten im weltweiten Textilhandel sowie protektionistische Gegenmaßnahmen der USA und der Europäischen Union belasten den wachsenden Handel. Streit gibt es ferner um chinesische Urheberrechtsverletzungen.

Nordkorea
Nach einem Jahr Stillstand in den Sechser-Gesprächen über das Ende des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms bemüht sich China, seinen störrischen Nachbarn an den Verhandlungstisch mit den USA, Südkorea, Japan und Russland zurückzubringen. Dem hungernden Land winken bei einem Verzicht auf Atomwaffen umfassende Wirtschaftshilfen.

UN-Reform
China will die Entwicklungsländer in den Vereinten Nationen stärker vertreten sehen. Die Bewerbung Deutschlands, Japans, Indiens und Brasiliens um ständige Sitze im Weltsicherheitsrat lehnt Peking ab. China spricht zudem Japan die moralische Qualifikation dafür ab, weil es sich nicht ausreichend seiner Kriegsvergangenheit stelle.

Japan
Die Beziehungen zwischen China und Japan verharren auf dem tiefsten Stand seit drei Jahrzehnten. Streitpunkte sind die aus Pekinger Sicht die Verharmlosung von Kriegsverbrechen Japans, Besuche des japanischen Ministerpräsidenten Junichiro Koizumi im Yasukuni-Schrein, wo auch Kriegsverbrecher geehrt werden, Territorialstreitigkeiten und die Taiwanfrage.

Taiwan
China droht Taiwan im Fall einer Unabhängigkeitserklärung mit Krieg. Die USA, die sich der Verteidigung der Demokratie des Inselstaates verpflichtet fühlen, wollen den Status Quo wahren. Ein neues Gesetz, das zum Krieg ermächtigt, falls sich das als abtrünnige Provinz betrachtete Taiwan abspaltet oder alle Bemühungen um eine Wiedervereinigung scheitern sollten, wurde von vielen Ländern kritisiert.