Eltern, die ihre Kinder viel fernsehen lassen, verringern dadurch den Erfolg einer akademischen Laufbahn ihrer Sprösslinge, so das Ergebnis einer wissenschaftlichen Untersuchung von Robert Hancox von der Universität Otago in Neuseeland. Er untersuchte die Fernsehgewohnheiten von 1.000 Kindern, die zwischen 1972 und 1973 geboren wurden. Grundlage der Untersuchung waren ihre Fernsehzeiten während des Alters von fünf, sieben, neun, elf, dreizehn und fünfzehn Jahren. Hancox holte die Daten beider Elterteile ein. Die gleichen Kinder untersuchte er erneut, als diese 26 Jahre alt waren. Dabei kam er zu dem Ergebnis, dass Kinder, die während eines Alters von fünf bis elf Jahren am wenigsten ferngesehen haben, die größtmögliche Chance haben, mit 26 Jahren erfolgreich einen Universitätsabschluss zu besitzen, unabhängig vom Intelligenzquotienten (IQ) und ihrem sozialökonomischen Status. Kinder, die im gleichen Alter mehr als 3 Stunden täglich vor dem Fernseher saßen, haben dagegen häufiger die Schule ohne Schulabschluss verlassen. Dies wirke sich besonders auf Kinder aus, die einen mittleren IQ-Wert haben.

Dina Borzekowski von der Johns Hopkins Bloomberg Schule für öffentliche Gesundheitspflege fand bei Drittklässlern in Nordkalifornien heraus, dass diese viel schlechter als ihre Klassenkameraden bei einheitlichen Test abschnitten, wenn sie einen eigenen Fernseher in ihrem Zimmer hatten und damit mehr fernsehen als ihre Mitschüler.

Frederick Zimmerman und Dimitri Christakis von der Universität Washington in Seattle zeigten in ihrer Untersuchung, dass Kinder, die vor ihrem dritten Lebensjahr viel ferngesehen haben, am schlechtesten bei mathematischen Tests und beim Lesen abschnitten, wenn sie zwischen sechs und sieben Jahre alt sind. Dagegen profitieren sie vom Fernsehprogramm im Alter von drei bis fünf Jahren, wenn sie bildende Programme wie beispielsweise die Sesamstraße angeschaut haben.

Ein Mechanismus, der greife, wenn Kinder fernsehen, sei, dass diese Fernsehzeit sie vom Spielen, Lesen oder der Erledigung von Hausaufgaben abhalte. Dennoch sei das Übel nicht die Zeit, die mit fernsehen verbracht werde, sondern die mangelnde Qualität der Programme.