Angebliche Pläne der Union über eine Anhebung der Mehrwertsteuer von 16 auf 18 Prozent stoßen bei FDP und Wirtschaft auf harsche Kritik. Nach Spiegel -Informationen verständigte sich die Arbeitsgruppe Wahlprogramm von CDU und CSU bereits auf die Erhöhung der Verbrauchssteuer. Ein CDU-Sprecher wollte den Bericht nicht kommentieren. Es sei noch nichts entschieden. FDP- Generalsekretär Dirk Niebel warnte in der Financial Times Deutschland : "Jede Diskussion über Steuererhöhungen ist Gift für die Konjunktur und vertreibt noch mehr Unternehmen aus Deutschland." Umstritten ist laut Spiegel , wofür die Union die erwarteten Mehreinnahmen in Höhe von rund 16 Milliarden Euro verwenden will - zur Senkung der Lohnnebenkosten oder auch zur Konsolidierung des Haushalts. CSU-Chef Edmund Stoiber sagte in der Welt am Sonntag : "Auch zu diesem Thema wird es am 11. Juli eine eindeutige Aussage für die Bürger geben." Dann will die Union ihr gemeinsames Wahlprogramm vorstellen. FDP-Präsidiumsmitglied Hermann-Otto Solms sagte der Leipziger Volkszeitung (Montag), ohne Entlastung werde es kein Wachstum geben. "Den Herren von der Union, die sich damit beschäftigen, fehlt offenbar der ökonomische Sachverstand. Wer die Mehrwertsteuer erhöhen möchte, zeigt, dass er die ökonomischen Zusammenhänge nicht kennt oder erkennen will." Der Sprecher des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels, Hubertus Pellengahr, warnte, eine Erhöhung um einen Prozentpunkt bringe dem Staat zwar rund acht Milliarden Euro mehr in die Kasse, die dem Konsumenten aber auf der anderen Seite verloren gingen. "Es scheint nur ums Abkassieren zu gehen. Dafür brauchen wir keine neue Regierung. Das ist nicht besonders originell", sagte er der dpa . Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages Martin Wansleben betonte in der B.Z. am Sonntag : "Die ständige Diskussion über eine Mehrwertsteuererhöhung als scheinbares Allheilmittel muss vom Tisch." Der Arbeitsgruppe gehören CDU-Generalsekretär Volker Kauder, sein CSU-Kollege Markus Söder, Fraktionsgeschäftsführer Norbert Röttgen und der bayerische Staatskanzleichef Erwin Huber an. CSU-Chef Edmund Stoiber habe dem Vorschlag der Arbeitsgruppe bereits zugestimmt, berichtet der Spiegel . Kanzlerkandidatin Angela Merkel wolle bis zum kommenden Wochenende entscheiden, ob sie der Empfehlung folgt.