Der Mensch riecht. Susanne öffnet das Fenster. Herr Häfliger, im 94. Jahr, der neben seiner Frau liegt, sagt: Die Mutter ist nachts nur zweimal erwacht. Und du, Seppi?, fragt Susanne, 24. Ich war beim Heuen am Chriesistutz, sagt er und lacht, bis er hustet.

Du warst doch Melker, Seppi.

Jaja, aber heuen musste ich auch.

Gell, Mutter!

Sie heirateten an einem Dienstag, montags verbot der Staat das Fleisch, freitags der Pfarrer, 1944. Bei einem Gartenfest hatten sie sich kennen gelernt, Josef Häfliger und Theres Wagner, Seppi und Thesi, und besuchten sich dann alle zwei Wochen, zuerst den Tobelhang hinab, dann hinauf, eine knappe Stunde. Er hatte fünf Brüder und drei Schwestern, sie acht Schwestern und drei Brüder, Thesi ist die letzte. Steif liegt sie im Bett, 91 Jahre alt, und schweigt, vor zwei Wochen hat sie sich in der Toilette das Bein gebrochen. Die Messe war um zehn, das Hochzeitsmahl im Löwen, dann war Tanz, um fünf Uhr abends gab es kalte Platte, und schließlich begann es zu regnen, Seppis Vater trug einen schwarzen neuen Hut, und als er am Abend seinen Hof erreichte, war der Hut nass wie ein gewaschener Hund, das Gesicht des Vaters ganz schwarz.

Susanne sagt: Seppi, heute hörte ich eine erste Amsel.

Was zeigt das Barometer?, fragt Herr Häfliger.

Am 13. Februar 1943 brannten Haus und Scheune ab, es war nichts zu machen, die Feuerwehr staute den Bach, alles war gefroren. Denkt Herr Häfliger an den Februar 43, muss er ein bisschen weinen.