Ich bedanke mich für den anmaßenden Ratschlag eines deutschen Mitbürgers, die Ausgabe empfängnisverhütender Mittel für Frauen (...) an die Bedingung von mindestens zwei vorhandenen Kindern (...) zu knüpfen. Ein ebenso belangloser Vorschlag wäre es, einem männlichen Arbeitnehmer eine Rente nur dann zu genehmigen, wenn er einer Frau die Geburt mindestens zweier Kinder schmackhaft gemacht hätte. Die Entscheidung vieler junger Menschen, Männer wie Frauen, keine Kinder zu bekommen, verdeutlicht nur, dass eine familienfreundliche Atmosphäre fehlt, in der Frauen nicht mehr unter Druck gesetzt werden und es Freude bereitet, eine Familie zu gründen, zu der Vater und Mutter sich gleichermaßen berufen wissen. Die Angst vieler Männer, sich neben einer erfolgreichen Frau als Sekundärverdiener zu fühlen anstatt als gleichberechtigter Vater, ist das eigentliche Übel einer existenzgefährdenden Geburtenrate.

STEFFI BROSZEIT, 28 JAHRE, LINNICH

Dr. Harders weist in seinem Leserbrief auf die Gefährdung des Rentensystems durch die sinkende Geburtenrate hin und schlägt als Lösung vor, Frauen mit weniger als zwei Kindern empfängnisverhütende Mittel vorzuenthalten. Richtig so! Damit die Sache aber auch den erwünschten Erfolg bringt, sollte man Mädchen von der ersten Menstruation an in speziell dafür einzurichtenden Lagern unterbringen, um sie dort von Trägern wertvoller Gene penetrieren zu lassen: So könnte gleichzeitig sichergestellt werden, dass wir nicht weiterhin zu einem Volk von Unterschichtenfernsehguckern degenerieren!

Während ihrer Schwangerschaft könnten diese Mädchen außerdem für gesellschaftlich nützliche Tätigkeiten eingesetzt werden, etwa Socken und Handschuhe stricken! KATHARINA NIESWANDT, TRIER

Wie sich aus dem Leserbrief erschließt, ist der gute Mann vermutlich Frauenarzt. Mal ganz platt formuliert, denke ich, dass solche Männer für unsere Gesellschaft existenzgefährdend sind. Vertreten und verbreiten sie doch Gedanken und Thesen, die gerade bei einfach gestrickten Hirnen, vornehmlich in männlichen Köpfen, Begierden erwecken nach einfachen Lösungen.

Dumm nur, dass dies schon seit Jahrtausenden nur Ärger gebracht hat.

Ich schlage vor, dass kompetente Frauen sich erneut um die Erforschung des RMG-Syndroms (Regressives männliches Gehirnpotenzial) verdient machen und ökofeministische Behandlungsmethoden entwickeln, die derzeitigen klassischen Methoden der Grenzwertbestimmung reichen wohl nicht aus. Vermutlich sind die verursachenden Gedankenstoffe in großer Menge unbemerkt entfleucht. Es besteht die ernsthafte Gefahr einer Pandemie, da das RMG-Syndrom bekanntlich auch die es umgebenden Strukturen und Materialien angreift. Ein Symptom ist die sich verändernde Sprache.