Getroffen, aber nicht versenkt. Und auch nicht eben durchlöchert: Der Krater, den das kühlschrankgroße Projektil des Nasa-Satelliten Deep Impact (etwa: tiefer Einschlag) am Montag in den Kometen Tempel 1 gerissen hat, ist offenbar deutlich kleiner ausgefallen als erwartet. Einen direkten Blick in das Loch konnten zwar weder die auf der Erde und im All darauf ausgerichteten Teleskope werfen noch der in 500 Kilometer Entfernung vorbeifliegende Muttersatellit, der dieses Foto 50 Minuten nach dem Kometen-Crash aufgenommen hat. Die halbrunde Form der freigesetzten Wolke aus Staub, Eis und gefrorenem Kohlendioxid aber, die hier im Gegenlicht der Sonne aufstrahlt, lasse darauf schließen, dass das Projektil nicht besonders tief eingeschlagen sei, meint Rudolf Albrecht von der europäischen Koordinationsstelle des Hubble-Weltraumteleskops. Die Wucht des Aufpralls habe sich vor allem in einer Dampfexplosion entladen.

Ob der Einschlag auch die erhofften 4,6 Milliarden Jahre alten Urstoffe des Universums aus dem Kometeninneren herausgeschleudert hat, wird erst die Detailauswertung verschiedener Spektrometermessungen zeigen. Erste Indizien weisen aber auf Materialien hin, die sich normalerweise nicht in einem Kometenschweif finden.