Das Halbfinale habe ich noch zu Hause gesehen, im Wohnzimmer mit meinem Vater. Zum Finale war ich bereits in Pommelsbrunn, einem fränkischen Dorf mit dem Ferienlager der Pfarrei St. Hildegard. Ich war elf, und es waren die ersten Ferien ohne Eltern. Es war das Lager der Nachbargemeinde, ich hatte mich mit meinem Schulfreund Marco angemeldet, unerklärlicherweise füllten wir das Anmeldeformular so aus, dass wir im Haus und nicht im Zelt übernachten wollten. Niemand sonst hatte Haus statt Zelt angekreuzt, was uns nicht unbedingt mehr Spaß beschert hat. Als Finalsonntag war, gab es einen Gottesdienst, kein Tennis. Und nicht einmal eine Diskussion darüber. Ich erfuhr von Beckers Sieg, als eine Gruppe von Älteren am Abend jubelnd ins Lager zurückkehrte. Offenbar war ihr Ausbruch unter der Voraussetzung gestattet worden, dass wir Kleinen nichts davon erfahren. Als mich meine Mutter wenig später am Telefon fragte, ob ich das Spiel gesehen hätte - mein Heimweh hätte nicht größer sein können. Die zwölf verbleibenden Tage verbrachte ich, das Ende herbeisehnend, bei ungeliebten Suppen und viel zu früher Nachtruhe. Endlich war Abschlussabend. Ich durfte heim zu Eltern, Schwester und Boris Becker.