ZEIT: Die Vorzugsbehandlung im Handel wollte die EU reformieren, weil es zu kompliziert war und zudem nach dem Tsunami im Winter einigen Ländern durch Handel schnell geholfen werden sollte…

Mandelsohn: …auf das System haben sich die Mitgliedsländer jetzt geeinigt.

ZEIT: Aber indische Textilien sind ausgenommen, und viele Erleichterungen setzen erst im kommenden Jahr ein.

Mandelsohn: Stimmt. Ich wollte das neue Vorzugssystem früher. Es ist unser Hauptinstrument, um Entwicklungsländern zu helfen. Aber der Konsens unter den Mitgliedsstaaten sagt: Ein kleiner Teil kommt im Juli, die Hauptsache erst nächstes Jahr. Und ich bedaure das. Neben einigen praktischen Erwägungen hinderten auch Protektionsinteressen einige Mitgliedsstaaten daran, den Entwicklungsländern so zu helfen, wie wir es könnten.

ZEIT: Was sollen Entwicklungsländer von einer EU halten, die sich zum Freihandel für Textilien bekannt hatte und nun im Lichte der chinesischen Exporte noch zwei Jahre Protektionismus dranhängen. Schafft das Vertrauen?

Mandelsohn: Es würde kein Vertrauen schaffen – wenn es denn so wäre. Ihre Beschreibung trifft nicht zu. Niemand dreht hier die Uhr zurück oder führt die Quoten wieder ein. Wir bauen den Protektionismus teilweise nur langsamer ab, um europäischen Herstellern mehr Luft zum Atmen zu geben – und übrigens auch einigen Entwicklungsländern, die in hohem Maß Textilien ausführen.

ZEIT: Wie kann die EU den Entwicklungsländern in der Handelspolitik besser helfen?