Im Sejm, dem polnischen Parlament, bei einem Fraktionsvorsitzenden. Unser Termin verschiebt sich um zwei Stunden. Wir warten mit Lukasz, dem Stabschef unseres Gesprächspartners. Ein Kommen und Gehen, Laptops, klingelnde Handys, Kaffee im Plastikbecher. Eine Pappschachtel vom Pizzaservice, und man würde sich vollends wie in einer Filmszene über einen amerikanischen Wahlkampf fühlen. Unvorstellbar, dass irgendwo im Deutschen Bundestag so viel los ist, denkt man. Lukasz sagt, dass man die Konkurrenzpartei X neulich in den Umfragen um Y Prozent hinuntergebracht hat. Die smarten Politjunkies der Konservativen haben ihr Handwerk in London oder Washington gelernt. Wer Tage später zwischen den neuen Hauptstadtbauten in Berlin spazieren geht, fragt sich, ob das der Anfang von etwas ist oder das Ende. Hier in Warschau ist das keine Frage. Neues Europa.