Es ist ja nicht so, dass dieses Land nicht genug eigene Inseln entlang seiner Küste hätte. Auch ziemlich bekannte Inseln besitzt es und Inseln in extremer Lage.

Und es ist auch nicht so, dass alle Inseln der Welt schon von Kolumbus, Magellan und Captain Cook entdeckt worden wären. Auch an einem Januartag Anfang des 19. Jahrhunderts konnte ein kühner Seefahrer plötzlich eine Insel sehen, wo man bisher keine vermutet hatte. Er benannte sie nach einem europäischen Herrscher. Und an einem 2. Dezember, gut 108 Jahre später, konnte ein anderer erstmals auf der Insel landen. Und wie das bei Entdeckern so Usus ist: Er beanspruchte die Insel für sein Land. Schließlich hieß ja auch sein Schiff wie dieses Land.

Die Insel ist fast 160 Quadratkilometer groß und zu 95 Prozent von Eis bedeckt, ihre höchste Erhebung, ein erloschener Vulkan, misst 1755 Meter.

Noch einmal 30 Jahre später kam es dann zu einem internationalen Abkommen, das zur Folge hatte, dass der Anspruch auf diese Insel (und andere) erst einmal ruht.

Rafi Reiser

Auflösung aus Nr. 27:

Über Holy Island (oder Lindisfarne) vor der Küste von Nordostengland schrieb Sir Walter Scott in seiner Versdichtung "Marmion". Zu Ehren des hl. Cuthbert sind die "Lindisfarne Gospels" entstanden, die heute in der British Library liegen