Ja ist denn schon Weihnachten? Das wird sich so mancher Urlauber fragen, der jetzt ins Reisebüro geht, um noch schnell ein Schnäppchen für den Sommer zu machen. Skispaß in den Alpen, Hundeschlittensafari in Kanada, Silvester in der Dominikanischen Republik: In vielen Schaufenstern liegen bereits die ersten Kataloge für den kommenden Winter. Wie Aldi im September mit Zimtsternen kommt die Reiseindustrie mit ihrer Winterware traditionell Ende Juli, Anfang August auf den Markt, dass jetzt aber einige Veranstalter vorpreschen und ihre ersten Angebote schon im Juni verkaufen, überrascht selbst die Konkurrenz.

Winter Vorverkauf heißt der Vorabkatalog von Neckermann, der bereits seit drei Wochen in den Reisebüros liegt. Der Veranstalter begründet den Auszug aus seinem Winterprogramm mit einem Dank an die 75 Millionen Gäste, die seit Bestehen der Marke mit dem Veranstalter verreist sind. Dahinter steckt jedoch noch etwas ganz anderes: das Buhlen um die Gunst der Frühbucher. Kein Kunde ruft im Frühsommer bereits nach dem Winter, doch das stört die Anbieter kaum.

Um bessere Planungssicherheit zu haben und dem Last-Minute-Geschäft endgültig den Garaus zu machen, will Neckermann seine Kunden in diesem Jahr noch eher zum Buchen bewegen - und vor allem, bevor die Konkurrenz das tut. Der Vorabkatalog ist die logische Fortsetzung unserer Frühbucheraktivitäten, sagt Detlef Altmann, Leiter des Bereichs Flugreisen in Oberursel.

Insgesamt präsentiert Neckermann in dem Katalog 129 Hotels in den beliebtesten Urlaubsregionen auf Mallorca, den Kanarischen Inseln, auf Madeira und in Ägypten. Die Reisen können bis 21. Juli gebucht werden.

Natürlich sind die Preise einmalig günstig, die All-inclusive-Offerten unschlagbar. Eines der Schnäppchen ist der einwöchige Aufenthalt im Drei-Sterne-Appartement Ran de Mar in Paguera auf Mallorca für 199 Euro. Ein weiteres Super-Angebot lockt Urlauber nach Teneriffa. Eine Woche im Vier-Sterne-Hotel Jacaranda samt Flug und Halbpension kostet im Vergleich zum regulären Winterkatalog, der Ende Juli erscheint, rund 200 Euro weniger, rechnet der Veranstalter vor. Der frühstmögliche Reisetermin ist der 1.

November.

Der Vorstoß von Neckermann ist nur ein Vorgeschmack von dem, was Urlauber in Zukunft erwartet: nämlich dass sie noch vor Beginn ihrer Sommerferien den nächsten Skiurlaub serviert bekommen und im März buchen sollen. Zeichen hat jüngst auch FTI gesetzt. Rund sieben Wochen vor dem üblichen Termin stellte der Münchner Veranstalter am vergangenen Wochenende seine Winterprogramme vor - und das nicht nur in Auszügen, sondern sämtliche 14 Kataloge. Wir wollen damit noch mehr Frühbucher, erklärt Unternehmenssprecherin Angela Winter.