Der im Irak entführte ägyptische Diplomat Ihab al- Scharif ist von den Terroristen um den Jordanier Abu Mussab al-Sarkawi ermordet worden. Eine entsprechende Erklärung und ein Video, auf dem Al-Scharif zu sehen ist, wurden am Donnerstag in einem Islamisten-Internetforum veröffentlicht. In der Erklärung, die mit al-Qaida im Zweistromland unterzeichnet war, heißt es unter anderem: "Ägypten war einer der ersten Staaten, die Botschafter zu der üblen (irakischen) Regierung geschickt haben."Al-Scharif war am vergangenen Samstag in Bagdad entführt worden. In der Erklärung der Extremisten hieß es, sie habe ihr erstes Bekennerschreiben nach der Entführung nicht direkt veröffentlicht, weil sie die Chancen zur Entführung weiterer Diplomaten nicht habe schmälern wollen. Terrorexperten hatten spekuliert, der Diplomat sei möglicherweise von einer kriminellen Bande entführt worden, die ihn später an die Sarkawi-Gruppe verkauft habe. Die Terrorgruppe Al-Kaida könnte auch die Terroranschlägen auf die britische Hauptstadt, zu verantworten haben. Im Internet kursiert ein Bekennerschreiben einer Gruppe, die sich zum Al-Kaida-Terrornetz rechnet und sich der Anschläge in London bezichtigt. Die Authenzität des Bekennerbriefes ist allerdings noch unklar.Die Arabische Liga und die Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) hatten die Geiselnahme verurteilt. Die führenden Religionsgelehrten Ägyptens hatten die Entführer aufgefordert, Al-Scharif im Namen des Islam freizulassen. Die irakische Übergangsregierung verschärfte unterdessen die Sicherheitsvorkehrungen rund um die Botschaften in Bagdad. Ein Beamter des Innenministeriums sagte am Donnerstag, Hunderte von Polizisten seien ausgeschwärmt, um die diplomatischen Vertretungen zu schützen. Innenminister Bajan Bakr Solagh erklärte, die Tatsache, dass die Terroristen nun Diplomaten angriffen, zeige, dass sie nicht mehr in der Lage seien, "mindestens zehn Autobomben pro Tag zu zünden".Bei einem Autobombenanschlag auf einem Gebrauchtwagenmarkt in Hilla starben am Mittwochabend 15 Menschen. Wie Krankenhausärzte in Hilla am Donnerstag berichteten, wurden 31 weitere Zivilisten verletzt, als kurz hintereinander zwei Autobomben explodierten. Hilla liegt südlich von Bagdad und ist mehrheitlich von Schiiten bewohnt.Innenminister Solagh, der zur Schiiten-Partei SCIRI gehört, hatte zuvor versprochen, Folterer in den Reihen der Polizei zu bestrafen. Es habe schon erste Verhaftungen gegeben. Der Minister beteuerte, er sei schon auf Grund seiner persönlichen Erfahrung - Mitglieder seiner Familie seien von Saddam Husseins Schergen gefoltert und getötet worden - nicht bereit, derartige Übergriffe zu tolerieren. Vertreter der Sunniten hatten über Menschenrechtsverletzungen durch Mitglieder der SCIRI-Miliz geklagt, die heute zur Polizei gehören.In Kerbela starben ein Mann und ein Mädchen, als ein Sprengsatz neben dem Haus eines irakischen Soldaten explodierte. In Kirkuk starb ein Aufständischer beim Anbringen eines Sprengsatzes, der vorzeitig explodierte. Ein Kind wurde verletzt.