Zum zehnten Jahrestag des Massakers von Srebrenica kommen heute tausende von Trauergästen zu einer Gedenkfeier in die bosnische Stadt. 1995 waren hier während des Bürgerkrieges rund 8000 bosnische Muslime ermordet worden, nachdem bosnisch-serbische Truppen und Einheiten aus Serbien die als UNO- Schutzzone erklärte Stadt erobert hatten.In den Feierstunden sollen auch rund 600 identifizierte Srebrenica-Opfer beigesetzt werden. Unter den Trauergästen werden ausländische Politiker aus 50 Ländern und Vertreter internationaler Organisationen erwartet. Bundesaußenminister Joschka Fischer hatte am Wochenende das größte Kriegsverbrechen in Europa seit 1945 ein Sinnbild des Versagens der internationalen Gemeinschaft genannt. Diese habe aber daraus ihre Lehren gezogen.Der Präsident der Teilrepublik Serbien, Boris Tadic, kündigte an, den Gedenkfeiern zum zehnten Jahrestag des Massakers an Muslimen in Srebenica beizuwohnen. "Ich möchte in Srebenica als Präsident von Serbien und der Serben unseren Respekt den Opfern jenes Kriegsverbrechens darbringen." "Dieser Teufelskreis im Balkan muss durchbrochen werden, damit der Balkan ein Teil Europas und nicht eine europäische Provinz wird", betonte Tadic nach einem Treffen mit seinem rumänischen Amtskollegen Traian Basescu am Donnerstag in Bukarest. In Srebenica habe ein "Kriegsverbrechen stattgefunden, das von meinen Mitbürgern verübt worden ist", erklärte der serbische Präsident weiter. Man könne jedoch "nicht das ganze serbische Volk dafür verantwortlich" machen. Schuldig seien jene Individuen, die dieses Verbrechen im Namen des serbischen Volkes verübt haben, sagte Tadic.Die Hauptschuldigen, General Mladic und der politische Führer der bosnischen Serben, Karadzic, sind immer noch auf der Flucht.