Die Terroranschläge in London haben weltweite Empörung hervorgerufen. Auf dem G8-Gipfel im schottischen Gleneagles sagte der britische Ministerpräsident Tony Blair: "Es ist besonders barbarisch, dass dies an einem Tag passiert, an dem sich Menschen treffen, um bei den Problemen der Armut in Afrika helfen. Wir haben die Entschlossenheit, unsere Häuser und unseren Lebensstil zu verteidigen."

Die Staats- und Regierungschefs der G8 unterbrachen wegen der Ereignisse in der britischen Hauptstadt für fünfzig Minuten ihre Gespräche. Anschließend verurteilten sie die Terroranschläge scharf. In einer Erklärung bekräftigten sie ihre Entschlossenheit, den Terrorismus nicht gewinnen zu lassen. Sie verurteilten die "barbarischen Angriffe" und sprachen den Opfern und ihren Verwandten ihr Beileid aus. Die Terroristen hätten keinen Respekt vor dem Leben. Die G8-Staaten seien vereint im Kampf gegen den Terrorismus. Die Anschläge seien nicht nur ein Angriff auf ein Land, sondern auf alle zivilisierten Staaten. "Wir werden nicht erlauben, dass Gewalt unsere Gesellschaften verändern", hieß es in der Erklärung. Die Bombenanschläge würden nicht die Entschlossenheit schwächen, die Grundwerte der Gesellschaften aufrechtzuerhalten.

Präsident George W. Bush betonte den Willen der Gipfelteilnehmer, sich nicht von Terroristen im Ringen um "eine bessere und humanere Welt abbringen zu lassen". Die blutigen Anschläge von London zeigten auch, dass "der Krieg gegen den Terrorismus weiter geht", sagte Bush. Er sei von der Entschlossenheit der G8-Gipfelteilnehmer, sich nicht von den Terroranschlägen beeinflussen zu lassen, tief beeindruckt gewesen.

Der Weltsicherheitsrat kam am Abend zu einer außerplanmäßigen Sitzung hinter geschlossenen Türen zusammen. Auch der Nato-Rat trifft sich zu einer Sondersitzung.

Bundeskanzler Gerhard Schröder zeigt sich äußerst betroffen. "Mit größter Betroffenheit habe ich von der Serie perfider Anschläge in London erfahren", sagte Schröder. "Mein tiefes Mitgefühl gilt den Betroffenen, deren Angehörigen, Premierminister Tony Blair und dem gesamten britischen Volk."

Außenminister Joschka Fischer (Grüne) sagte, Deutschland sei entsetzt über die abscheuliche Tat und empfinde tiefes Mitgefühl. "Terrorismus darf und wird sich nicht durchsetzen", sagte Fischer. London habe Deutschlands "unerschütterliche Solidarität".

Der südafrikanische Präsident Thabo Mbeki warnte davor, nun Themen wie Armutsbekämpfung und Unterentwicklung aus den Augen zu verlieren. "Im Gegenteil, wir müssen unsere Anstrengungen zum Erreichen der Ziele bei diesen Dingen nun verdoppeln", sagte Mbeki. Es gebe keine Rechtfertigung, unschuldige Menschen zu töten. "Südafrika reiht sich bei der Verurteilung jeglicher Art von Terrorismus ein in den Rest der internationalen Gemeinschaft", sagte Mbeki, der am G8-Gipfel teilnimmt.