Wir sind keine Neoliberalen, sagte Ministerpräsident Edmund Stoiber.Auch wir haben ein Herz, ergänzte Angela Merkel.Als der CSU-Vorsitzende und die Kanzlerkandidatin am vergangenen Montag ihr Regierungsprogramm 2005-2009 vorstellten, betonten beide, ein Kahlschlag wie einst in Großbritannien unter Margaret Thatcher sei für den Fall eines Regierungswechsels nicht geplant.Die Vorschläge der Union reichen weit, aber nicht so weit, wie vor einigen Monaten zu erwarten war.Ob es die Wähler st ört?Vermutlich nehmen viele von ihnen politische Programme nach den Erfahrungen vergangener Wahlkämpfe nicht mehr allzu ernst. 1998 versprach die SPD die Rücknahme des demografischen Faktors bei der Rente - es kam wenig später die teilweise härtere Riestersche Reform.Im SPD-Wahlprogramm des Jahres 2002 fand sich von der Agenda 2010 keine Spur.Auch im Wahlprogramm der Union steht nun etliches, was vermutlich auch dann nicht Praxis wird, falls es im September zu einem Regierungswechsel kommt. Solche Änderungen wären nicht unbedingt schlecht.Denn das Unionsprogramm enthält einige Ungereimtheiten.Vor allem bei den folgenden Bereichen gibt es Korrekturbedarf: beim Haushalt, bei der Gesundheitsprämie, dem Kombilohn sowie der Renten- und Pflegeversicherung.