In letzter Zeit häufen sich in der ZEIT Berichte, die den Nutzen von Spenden- und Hilfsaktionen für die Armen der Welt skeptisch sehen. Nach der Tsunamikatastrophe lägen noch große Summen von Spendengelder ungenutzt auf Bankkonten, hieß es in einem ZEIT-Dossier, und diesmal werden die Altherren-Rockmusiker wie Bob Geldof belächelt.

So wichtig und notwenig der kritische Blick auf Hilfsaktionen ist - ich fürchte, dass die Berichte bei vielen potenziellen Spendern dazu führen, in Lethargie zu verfallen und die Hilfe einzustellen. Deshalb würde ich mir auch einmal ein paar positive Beispiele wünschen, was mit Hilfsaktionen erreicht werden kann. Natürlich liegt das Armutsproblem gerade in Afrika vor allem in den Machtstrukturen vieler Länder , aber ist das ein Grund zuzusehen, wie Menschen sterben?

Sicher, die Live-8-Rockkonzerte können weder Mugabe in Simbabwe stürzen noch dauerhaft das Elend der Menschen lindern. Sie bringen aber doch vielen Musikfans das enorme Leid in Afrika in Erinnerung. Diese alten Rockstars sind noch immer Idole und Vorbilder. Genau das setzen sie ein.

Natürlich haben sie auch das eigene Image kräftig aufpoliert. Aber wenn nur ein Kind einen Tag lang mal nicht hungrig bleiben muss, hat sich der Aufwand gelohnt. Der gute Wille war da - bei Musikern und Fans -, und wir werden sehen, ob diese andere Art von Koalition der Willigen über einen längeren Zeitraum hinweg nicht doch weitaus erfolgreicher sein wird, als man das heute zu hoffen wagt.

PETRA KÜNTZER, PINNOW