Quartalssäufer trinken nicht immer zu viel, aber regelmäßig. Während Quartalssäufer sich dazu des gewöhnlichen Alkohols bedienen, berauschen die eng mit ihnen verwandten Quartalsredner sich an ihrem eigenen Gerede. Das ist zwar billiger - kommt aber politisch teuer zu stehen.

Der Sozialdemokrat Ludwig Stiegler ist offenbar außerstande, nüchtern zu reden. Schon im Wahlkampf 2002 hat Stiegler so peinlich über die Stränge geschlagen (damals setzte er den amerikanischen Botschafter mit dem ehemaligen sowjetischen Emissär in der DDR, Abrassimow, gleich), dass ihn der damalige Parteivorsitzende zurückpfeifen musste. Zum Auftakt dieses Wahlkampfes hat Schröders Nachfolger Müntefering nun alle Mühe, Stieglers irrsinnige Assoziation zurückzuweisen, die CDU-Parole Sozial ist, was Arbeit schafft erinnere an den KZ-Zynismus Arbeit macht frei.

Quartalssäufer und -redner können nicht nur nicht nüchtern leben, sondern sich außerdem ihren Defekt nicht eingestehen. Stieglers Ausrede ist fast noch schlimmer als die Rede selber. Ein solcher Vergleich liege ihm fern, ließ er sich ein, denn damit würden ja die Nazis verharmlost. Etwa weil die CDU/CSU nur harmloser ist als die Nazis? Woher auch immer dieser pathologische Zwang zur Selbstbeschmutzung mit Despotie-Vergleichen herrühren mag - im Wiederholungsfalle gibt es nur eines: Ab in den Entzug!