In der deutschen Medienpolitik gibt es seit Jahren eine feste Ordnung. Koordiniert wird sie aus Rheinland-Pfalz, geprägt oft von Bayern und Nordrhein-Westfalen. Seit dem Wahlsieg der CDU in Düsseldorf hat insofern ein künftig wichtiger, aber bislang weithin Unbekannter die Bühne betreten: Thomas Kemper, der neue Staatsekretär für Medienpolitik. Als solcher soll er die Strippen ziehen, wenn es um Rundfunkstaatsverträge, Gebührenerhöhung oder eines Tages um die Wahl des nächsten WDR-Intendanten geht. Herr wer? haben viele zunächst gefragt. Denn Kemper hat seit 1993 für die Harpen AG gearbeitet. Das Dortmunder Unternehmen baut und betreibt Kraftwerke (Wasser, Wind) und Gewerbeimmobilien. Zuletzt war der neue Staatssekretär Prokurist und Direktor der Unternehmensentwicklung. Als PR-Chef hat er es zudem geschafft, in der regionalen Presse ein gutes Echo für die Harpen AG zu organisieren.

Ein klares Ziel hat die CDU für ihre Medienpolitik schon vor der Wahl formuliert: Bürgerfunk hat in der jetzigen Form keine Zukunft. Außerdem wird offenbar schon über die Nachfolge von Norbert Schneider diskutiert, der seit vielen Jahren die Landesanstalt für Medien führt, also die privaten Rundfunkanbieter überwacht.