Nach einem Bericht des Royal Institute of International Affairs (RIIA) trug die Kriegsbeteiligung Großbritanniens im Irak und in Afghanistan zu den Selbstmordanschlägen in London bei. Der Krieg habe die Propaganda von al-Qaida sowie die Rekrutierung islamistischer Kämpfer und die Beschaffung finanzieller Mittel für das Terrornetzwerk angekurbelt, hieß es. Zudem sei der Irak für Terroristen mit al-Qaida-Verbindungen ein ideales Planungs- und Trainingsgebiet. Die enge Partnerschaft zwischen Blair und US-Präsident George W. Bush habe die Terrorgefahr auf der britischen Insel erhöht, sagt der RIAA- Bericht. Das Schlüsselproblem Großbritanniens bei der Abwehr von Anschlägen sei es, dass es als "Sozius neben den Vereinigten Staaten im Krieg gegen den Terrorismus fahre." Verteidigungsminister John Reid und Außenminister Jack Straw wiesen dies zurück. "Ich bin überrascht, dass das Chatham House sagt, wir hätten nicht Seite an Seite mit unseren langjährigen Verbündeten in den USA auftreten sollen. Die Terroristen haben in der ganzen Welt zugeschlagen. In Ländern, die mit den USA verbündet sind und den Krieg unterstützten, und in Ländern, die mit dem Krieg überhaupt nichts zu tun hatten", sagte Straw. "Wir entschuldigen uns nicht dafür, mit unseren internationalen Partnern, die USA eingeschlossen, bei Operationen zusammenzuarbeiten, die nach unserem Urteil im besten Interesse Großbritanniens und der Welt sind", sagte Reid.Darüber hinaus sprach in London Innenminister Charles Clarke mit Vertretern der Opposition hinter verschlossenen Türen über neue Antiterrorgesetze. Die Regierung von Premierminister Tony Blair will künftig beispielsweise schon erste Vorbereitungen auf Anschläge wie das Lesen von Webseiten, auf denen Anleitungen zum Bau von Bomben gegeben werden, unter Strafe stellen. Clarke von der Labour-Partei sowie Vertreter der Konservativen und Liberaldemokraten sagten nach dem ersten von mehreren für diese Woche geplanten Treffen, im Prinzip habe man sich auf die neue Gesetzgebung geeinigt. Sie soll im Oktober ins Parlament eingebracht werden und könnte noch im Dezember in Kraft treten.Bei den Bombenexplosionen in der britischen Hauptstadt am 7. Juli wurden nach aktualisierten Angaben mindestens 56 Menschen getötet und 700 verletzt.