Wenn er könnte, würde er den Ausländern schon gerne sympathisch sein, der neue Präsident Irans Machmud Achmadinedschad . Aber er hat es schwer, weil er ein Revolutionär ist und die Zeiten halt nicht nach Revolutionen sind. Er müsste, um Ausländern zu gefallen, aus seiner Haut fahren, und in eine neue schlüpfen. Das aber ist unter seiner Würde. Da lässt er es lieber ganz bleiben, die Sache mit dem sympathisch sein. Dabei könnte er sich so leicht beliebt machen, bei uns allen, und auch bei vielen, vielen Iranern, die ihn nicht gewählt haben . Er müsste nur öffentlich einen Satz sagen: "Ich wünsche mir, dass Akbar Gandschi freigelassen wird", oder umständlicher: "Ich appelliere an die Jusitzibehörden, dass sie den Fall Gandschi ..." Er muss es aber schnell tun, denn der Journalist und politische Häftling Gandschi ist nach 38 Tagen Hungerstreik offensichtlich in einem sehr schlechten gesundheitlichen Zustand. Stirbt er, wird er zu Symbolfigur der iranischen Opposition werden. Eine Figur mit Sprengkraft.