Kusadasi - Bei einem neuen Terroranschlag in türkischen Touristengebieten sind am Samstag fünf Menschen getötet und 13 weitere verletzt worden. Eine Bombe explodierte in einem vollbesetzten Kleinbus im Urlaubsort Kusadasi nahe der Großstadt Izmir. Unter den Toten sind nach Angaben der türkischen Behörden eine Urlauberin aus Irland und eine britische Touristin. Die Engländerin, die mit vier verletzten Landsleuten ins Krankenhaus nach Izmir gebracht wurde, erlag dort ihren schweren Verletzungen. Hinweise auf deutsche Verletzte gab es nicht.

Kein Verdacht - kein Bekennerschreiben

Einen Tag nach dem blutigen Bombenanschlag im türkischen Urlaubsort Kusadasi hat die Polizei noch keine heiße Spur. Die Ermittlungsbehörden hätten allerdings nach Identifizierung aller Opfer nicht mehr den Verdacht, dass sich eine junge Selbstmordattentäterin in die Luft gesprengt haben könnte, berichteten türkische Zeitungen am Sonntag.

Bekannt hat sich zu dem Terroranschlag bislang niemand. Am Sonntag vor einer Woche waren bei der Explosion einer Splitterbombe in einem Papierkorb im Küstenort Cesme 20 Touristen verletzt worden, darunter ein Brite und ein Russe. Zu dem Anschlag hatten sich die so genannten Freiheitsfalken Kurdistans bekannt, eine Splittergruppe der Kurdischen Arbeiterpartei PKK. Ein Anrufer hatte nach Angaben der PKK-nahen Nachrichtenagentur MHA weitere Anschläge angedroht.

Die PKK-Führung distanzierte sich jedoch von dem Bombenanschlag vom Samstag. Sie verurteile den Angriff auf Zivilisten, zitierte dieselbe Agentur auf ihrer Internetseite den PKK-Kongra-Gel-Vorsitzenden Zübeyir Aydar.

Reaktionen und Reisewarnung

Der britische Außenminister Jack Straw sagte in London: "Wir verurteilen diese abstoßende Tat, die das Leben so vieler unschuldiger Menschen zerstört hat. Wie immer stehen wir Seite an Seite mit der Bevölkerung der Türkei, vereint in Mitgefühl und in unserer Entschlossenheit, es ist nicht zuzulassen, dass die Terroristen unsere Werte und unsere Freiheit vernichten." Der irische Außenminister Dermot Ahern bezeichnete den Anschlag als "grausam und sinnlos". Er sagte: "Es kann keine Rechtfertigung für dieses Blutbad geben."

Das Auswärtige Amt aktualisierte seine Reise- und Sicherheitshinweise für die Türkei. Angesichts der "verschärften Sicherheitslage" wird Türkei-Reisenden "besondere Vorsicht" empfohlen.