Als Konsequenz aus dem Absturz eines Leichtflugzeugs nahe dem Reichstagsgebäude soll der Flugverkehr über Berlin demnächst eingeschränkt werden. Privatmaschinen soll verboten werden, das Regierungsviertel und das übrige Zentrum von Berlin zu überfliegen, sagte Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe, am Sonntag nach dem Absturz. Darauf hatte er sich zuvor mit dem Berliner Innensenator Ehrhart Körting, SPD, verständigt. Stolpe sagte, der Zwischenfall von Freitag habe gezeigt, dass auch von kleineren Fluggeräten eine massive Gefahr ausgehen könne.

Experten hingegen bezweifeln den Nutzen einer Flugverbotszone. Der Sprecher der Deutschen Flugsicherung, Axel Raab, sagte der Nachrichtenagentur dpa: "Der Vorfall vom Freitag wäre dadurch ja auch nicht verhindert worden." Ultraleichtflugzeuge wie jenes, das vor dem Reichstag abstürzte, seien auf dem Radarschirm nur zu sehen, wenn sie ein spezielles Signalgerät an Bord hätten und dieses auch einschalteten. Es könne auch nicht verhindert werden, dass ein Pilot ein Überflugverbot verletzt. "Ein Bankräuber, der eine Bank überfallen will, lässt sich auch nicht von einem Parkverbot vor der Bank abschrecken", sagte Raab.

SPD-Fraktionsvize Hans-Joachim Hacker bezeichnete die Diskussion, den Lufttraum über Berlin zu sperren, als "geradezu absurd". "Und eine Sperrung des Lufttraums über dem Regierungsviertel würde überhaupt nichts bringen. Da müsste man schon 30 bis 40 Quadratkilometer Luftraum sperren", sagte Hacker dem "Kölner Stadt-Anzeiger".