Als Betroffener kann ich nur sagen, dass die Diskussion um Steuersätze einer Milchmädchenrechnung sehr nahe kommt. Die Berichterstattung zum Thema Einkommensteuer bedarf eines weiteren Blickwinkels.

Steuern werden auf Überschüsse bezahlt. Um zum Beispiel 90 000 Euro Überschuss zu erzeugen, muss ich drei Millionen Euro Umsatz machen. Dieser für Laien hohe Umsatz erzeugt nach Abzug der Kosten (Waren, Gebäude, Löhne, Lohnsteuern, Sozialabgaben, Maut, Kraftfahrzeugsteuern, die Liste ist ellenlang) gerade mal drei Prozent Überschuss.

Wären die Kosten geringer und wäre der Gewinn folglich höher, alle könnten damit leben. Wer würde nicht lieber 70 Prozent Steuern aus 500 000 Euro Gewinn bezahlen, als 39 Prozent aus 90 000 Euro?

Das Problem sind folglich nicht die Steuer-Prozentsätze, welche vom Staat alimentierte Politiker zur Unterhaltung der Massen verbreiten, sondern die immensen Kosten, die jeder Betrieb zu schultern hat, welche durch hundertelei bürokratischen Wildwuchs bedingt sind.

SALVATORE CULTRONA, OBST- UND GEMÜSEIMPORTEUR, MÜNCHEN GROSSMARKTHALLE