Er wollte nicht nur wissen, ob sie seine Witze über die britische Küche auch so lustig findet. Präsident Chirac empfing Angela Merkel zum ersten offiziellen Besuch als Kanzlerkandidatin in Paris - um zu verhindern, dass mit einer neuen Bundesregierung der Frühling zwischen Berlin und Paris schnell endet. Also wählte Chirac die diplomatische Prophylaxe: Präsident, Premier und Parteichef empfingen die Kandidatin im Stundentakt. Frau Merkel erinnerte höflich an Adenauers und Kohls Bekenntnis zur deutsch-französischen Erbfreundschaft.

Doch von einer Achse Paris-Berlin-Moskau wollte sie nicht reden. Der mögliche Achsenbruch spielt auch im Pariser Präsidentenwahlkampf eine Rolle.

Der konservative Parteichef Sarkozy fordert wie Frau Merkel die Öffnung der deutsch-französischen Zweisamkeit zugunsten Londons, Warschaus - und natürlich Washingtons. Diese Ankündigung kennen wir von früheren Regierungswechseln. Am Ende aber blieben stets Paris und Bonn/Berlin übrig.