Unsere Firma projektiert seit 1996 Windkraftstandorte. Deshalb habe ich Ihren Beitrag mit viel Interesse gelesen. Vor meinem geistigen Auge zeigt sich Rheinhessen als öde Monokultur, die einen mittelmäßigen Wein abwirft, da können doch ein paar Windmühlen nur aufheiternd wirken.

Sie werden es vielleicht nicht für möglich halten, aber die blühenden Landschaften Rheinhessens verdanken wir maßgeblich niemand Geringerem als Dr.

Helmut Kohl. Es war 1993, als die Abnahmepflicht des Netzbetreibers zu gesetzlich festgelegten Preisen für Windkraftstrom geregelt wurde und den Beginn der Blüte auslöste, zunächst vor allem an der Nordseeküste. Helmut Kohl verdanken wir auch die baurechtliche Privilegierung von Windenergieanlagen (1996), weil ihr Bau in einem öffentlichen Interesse steht. Damit war der Siegeszug der Windmühlen nicht mehr aufzuhalten. Da es gut drei Jahre dauern kann, bis man eine Betriebsgenehmigung bekommt, fiel die Bepflanzung Rheinhessens mit Windmühlen ziemlich genau in die Amtszeit Gerhard Schröders.

Nicht zuletzt spielt aber auch der jeweilige Landesfürst eine nicht unerhebliche Rolle bei der Genehmigungspraxis. In Baden-Württemberg ist die Windenergie nach wie vor ein ziemlich welkes Pflänzchen.

Bevor Sie mich jetzt mit Hitler vergleichen: Wir haben noch nie rheinhessischen Boden betreten.

DR. GERALD ACKER-WIDMAIER, STUTTGART