Ein putziges Bild (von Christian Wulff) mit neckischer Textzeile: Ein CDU-Ministerpräsident - (links) - und ein Plüschlöwe blicken entspannt ins Niedersachsenland. Die ZEIT stimmt uns ein, wie es sich anfühlt, christdemokratisch regiert zu werden. Das Land ist erfolgreich entschrödert. Ist das nicht alles ein bisschen dick aufgetragen, liebe ZEIT? Wir sind doch schon längst überredet, es vier Jahre mit Angela Merkel zu versuchen, zumal es die ZEIT an anderer Stelle für nicht ausgeschlossen hält, dass die Aussicht auf eine schwarz-gelbe Koalition einige Bosse in Stimmung für Neueinstellungen versetzt. Und wenn, ebenfalls in derselben Ausgabe, Frau Merkel das Bonmot beisteuert, wir müssten so viel besser sein, wie wir teurer sind, dann wissen wir doch, was wir zu tun haben: an uns selbst denken und den lästigen Anwalt des kleinen (= schwachen, behinderten, wenig (aus)gebildeten, unverschuldet arbeitslosen, kinderreichen) Mannes ins Abseits stellen.

JÜRGEN TÖRBER, ESSEN

Unter >Härten< führen Sie die Streichung des Landesblindengelds an. Es wurde aber gar nicht gestrichen, sondern die Zahl der Empfänger begrenzt, indem es nur noch entsprechend der nachgewiesenen Bedürftigkeit gewährt wird. Manfred Lahnstein (SPD) schreibt in derselben Ausgabe: Die notwendige Solidarität muss sich auf diejenigen konzentrieren, die ihrer wirklich bedürfen.

HELMUT WIENCH, FREIBURG

Manfred Lahnstein schreibt vom Rattenfängerduo Gysi/Lafontaine und vom Scheitern der SPD-Kanzler an den eigenen Reihen. Sind die Menschen, die Gysi oder Lafontaine wählen, etwa Ratten? Wer ist gemeint mit den eigenen Reihen, die den Kanzler Schröder scheitern ließen? Die verbliebenen SPD-Mitglieder und Wähler? Sind es vielleicht die dummen Bürger, die mit dieser SPD nichts mehr zu tun haben wollen, sie verlassen haben, nicht mehr wählen?

Wenn ich an die Empörung über die Fremdarbeiter von Herrn Lafontaine denke, was habe ich dann vom Rattenfängerduo in der ZEIT zu halten?

FRIEDRICH KÜSPERT, WUNSIEDEL