Normalerweise ist es ein Zeichen von Intelligenz, wenn man sich fürchtet, da man zu erwartende Situationen zu überdenken versucht, um dann Entscheidungen zu treffen, die einen in die geringst missliche Lage bringen.

Normalerweise lernt man beim Studium der Naturwissenschaften, logisch induktiv zu denken.

Wie soll ein normaler Bürger es verstehen, dass er eine Leistung erhält, wenn die Arbeitskosten sinken, was doch nur den Unternehmen nützt, oder wie soll er begreifen, dass die Erhöhung der Mehrwertsteuer mehr und neue Arbeitsplätze schaffen soll?

So krass wurde normale Logik noch nie verbogen. Arbeitsplätze haben nicht die Regierung, sondern die Unternehmen. Dass eine konstruktive Zusammenarbeit mit ihnen nicht möglich ist, haben die vergangenen sieben Jahre gezeigt, egal, wie viel Vergünstigungen man ihnen zuschanzt.

Wenn man jedoch täglich 75 Prozent der Boulevardpresse auf seiner Seite weiß, braucht man vor nichts mehr Angst zu haben.

Dazu fällt mir nur noch Kurt Tucholskys Frage ein: Sag mal, verehrtes Publikum, bist du wirklich so dumm?

JOACHIM FRONIA, BERLIN