Der Geschmack von süß und bitter wird offenbar nicht in verschiedenen, sondern in denselben Geschmacksknospen auf der Zunge wahrgenommen. Bittere und süße Wahrnehmungen unterscheiden sich dabei durch ihre Botenstoffe. Das vermeldet der Neuroforscher Scott Herness von der Universität von Ohio in der Zeitschrift PNAS (online early edition, 18. Juli 2005). Vor Jahren hatte Herness bereits den Botenstoff Cholezystokinin (CKK) in den Geschmacksknospen identifiziert, der bittere Substanzen vermittelt. Nun entdeckte er dort das Neuropeptid Y (NPY), das auf Süßes reagiert. Das könnte erklären, wie Informationen über Verzehrtes zum Gehirn gelangen. Denn nur wenige Zellen einer Geschmacksknospe haben überhaupt Kontakt zu weiterleitenden Nervenfasern.

Gleich und gleich paart sich gern: Das ist eine Ursache für die Entwicklung der Arten, wie Forscher von der St. Petersburg State University und der Harvard University nachgewiesen haben (Nature, Bd. 436, S. 385). Die Forscher zeigten, dass eng verwandte Schmetterlingsarten sich stärker in ihrer Flügelfärbung unterscheiden, wenn sie in demselben Gebiet vorkommen. Die auffälligen Farbkontraste verhindern, dass sich Tiere ansonsten sehr ähnlicher Arten paaren und weniger widerstandsfähigen Nachwuchs zeugen.

Dieser Artbildungsprozess war in der Natur bisher kaum nachgewiesen. Im Gegensatz zu anderen Mechanismen ist dabei eine neue Art kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis natürlicher Selektion.