Manchmal, wenn sich die Logistik überschlägt, der Set in Serie explodiert und die Überbietungsrhetorik des Actionfilms mit vollem Karacho gegen die Wand fährt, dann stellt sich diese seltsame Leere ein. In solchen Momenten fragt man sich, ob das Kino wirklich verdient hat, ein großer Lärm um nichts zu sein, fabriziert von Leuten, die es mit einem hundert Millionen Dollar teuren Videospiel verwechseln. Mr. & Mrs. Smith ist so ein Film. Im Grunde handelt es sich um eine einzige langgezogene Ausstattungsvernichtungsorgie, entlanginszeniert an der plattesten Binsenweisheit einer jeden Paarbeziehung: Routine erstickt die Liebe. Brad Pitt und Angelina Jolie spielen zwei Auftragskiller, die ihre wahren Berufe voreinander verbergen. Eine mit Marmor, Brokat und Eichenparkett eingerichtete Vorstadtvilla wird zum Inbegriff des erotischen Stillstands. Superwummen, Headsets und süße kleine Laptops firmieren als Spielzeuge des avancierten High-Tech-Killertums. Mehr als zwei Stunden lang folgt man einem Drehbuch, das sich unter Thrill nur den Wechsel der Waffengattungen und hie und da ein zusätzliches Quäntchen Sprengstoff vorstellen kann. Ob Pistolen, Granaten, Macheten, Autos oder ferngezündete Bomben - Pitt und Jolie bleiben hoch getunte Ken- und Barbiepuppen, die umso spießiger werden, je entschlossener sie die Insignien der ehelichen Spießigkeit zerlegen. Über allem liegt die Peinlichkeit eines Lifestyle-Paares, das endlich mal Sex im Garten haben will, und selbst der Showdown in der Edelstahlküche wirkt wie der Beginn eines zeitgeistigen Versicherungsspots. Womöglich ist es fast schon wieder eine Kunst, dass in einem derart aufgeblasenen Starspektakel so viel passieren kann, ohne dass irgendwas geschieht.