Den Flüssen geht's besser, das ist eine gute Nachricht. Aber sind die Menschen noch alle beieinander? Die Inszenierung des Elbebadetages am Sonntag in Hamburg war so flach, dass jeder Gedanke an Kopfsprung schmerzte.

Auf einer Bühne am Ufer zwischen den Baugruben der Hafencity und den künstlichen Dünen der allgegenwärtigen Beachclubs kasperte ein aus dem Fernsehen unbekannter Moderator (Michael Rösser von Hamburg 1), und mit eigens aus der tschechischen Elbquelle herbeigeschafftem Wasser pütscherte ein in der Bundesregierung noch vorhandener Minister (Jürgen Trittin von den Grünen). Jenes offenbar irgendwie jungfräuliche Nass wurde abgefüllt in eine Wasserpistole, mit der ein im Fußball ewig unvergessener Hamburger (uns Uwe vom HSV) einen Startschuss spritzte. Daraufhin plumpste ein Chefredakteur in Badehose (Peter-Matthias Gaede von Geo) in die schlierige Brühe und nahm einen Schluck. Das Volk kaute anerkennend Bratwurst dazu. Allseitiges Lob für die hanseatischen Kläranlagen!