Nach 13-monatiger Unterbrechung haben am Dienstag in Peking die Sechs-Nationen-Gespräche über das umstrittene nordkoreanische Atomprogramm begonnen. US-Chefunterhändler Christopher Hill erklärte zum Auftakt, die USA hätten "absolut keine Absicht", in Nordkorea einzumarschieren oder es anzugreifen. Nach Informationen der amtlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua planten die USA und Nordkorea nach einem ersten Treffen am Vortag zu weiteren bilateralen Beratungen am Dienstag zusammen zu kommen.Man sei "auf ernste Verhandlungen vorbereitet" und hoffe auf eine "neue Dynamik" bei den Gesprächen, sagte Hill. Vor Beginn der Sechser-Runde bekräftigte der nordkoreanische Chefunterhändler, Vize-Außenminister Kim Kye Gwan, Pjöngjangs Willen zu einer atomwaffenfreien koreanischen Halbinsel. "So lange alle Parteien Weisheit und den Geist von Kooperation demonstrieren" werde "unser Schiff das letzte Ziel der Denuklearisierung erreichen", sagte Kim.Die Gespräche waren im Juni 2004 unterbrochen worden, weil Nordkorea sich weigerte, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Im Februar sagte Pjöngjang, Atomwaffen zu besitzen. Der chinesische Außenminister Li Zhaoxing sagte in seiner Eröffnungsrede, dass die Gespräche möglicherweise auf "verschiedene Schwierigkeiten" treffen könnten. Er rief jedoch alle Seiten auf, im "Geist von Frieden" auf praktikable Ergebnisse hinzuarbeiten. Außer China nehmen die beiden Koreas, USA, Japan und Russland teil. Die Dauer der neuen Gespräche ist offen. Ziel ist es, Nordkorea zum Verzicht auf sein Atomprogramm zu bewegen. Die Teilnehmer warten jedoch vor zu hohen Erwartungen.US-Chefunterhändler Hill sagte, es gebe in der Atomfrage "verschiedene Optionen", aber "bei weitem die Beste ist, zu verhandeln". Zur Wiederaufnahme der Sechserrunde hatten zuletzt auch versöhnlichere Töne aus Washington mit beigetragen. Nordkorea sollen Sicherheitsgarantien sowie Energiehilfen angeboten werden, sofern Pjöngjang auf sein Atomprogramm verzichtet. Zusätzlich versüßte Südkorea die Anreize mit Zusagen für massive Wirtschaftshilfe.Japans Chefunterhändler Kenichiro Sasae brachte unterdessen zu Beginn der internationalen Verhandlungen auch das Thema früherer Entführungen von Landsleuten durch Nordkorea vor. Das Problem der Atom- und Raketenprogramme Nordkoreas und die Entführungsfälle müssten umfassend gelöst werden, damit beide Länder ihre Beziehungen normalisieren könnten. Nordkorea lehnt es ab, die Entführungsfrage im Rahmen der Sechser-Gespräche über sein Atomprogramm zu behandeln.