"Als Verwalter wohnen wir in einer Holzhütte", sagt Herr Thiesen, "aber ich vermisse das Zelten. Es ist ein ganz anderes Draußensein. An Sonnentagen sind es bis zu 47 Grad unter der Plane, da muss man sich auf den Fußboden legen, um es kühler zu haben. Der Sand ums Zelt ist dann so heiß, dass es sich ohne Schuhe kaum laufen lässt. Wir haben auch mal versucht, bei Windstärke 12 ein Zelt aufzubauen, da kam der Sand waagerecht angeflogen, und meine Frau lag unter der Plane. Vor 20 Jahren, als sie mit unserer Tochter schwanger war, hat es uns im Sturm sogar das Zelt zerrissen. Wir wollten dann im Waschraum übernachten, aber jemand, der ein großes Zelt für sich allein hatte, lud uns zu sich ein, da haben wir den Urlaub mit ihm verbracht. So sind die Leute hier. Sie kommen aus allen Berufen, viele Lehrer, Ärzte, und wir haben sogar eine 80-jährige Dame, die wohnt quietschvergnügt in ihrem Zelt, nur bei Gewitter macht sie Theater."

"In der Hochsaison", sagt Frau Thiesen, "wenn 500 Gäste auf dem Platz sind, liegen schon mal die Nerven blank. Zu Hause in Hamburg, wenn wir den Winter über alles vorbereiten für den Sommer, denk ich manchmal: Ach, immer Amrum! Doch ich möchte auch was bewegen und dafür sorgen, dass dieser schöne Platz so weiterläuft wie seit seiner Gründung vor 45 Jahren."

Aufgezeichnet von Ulrich Stock

Deutscher Verband für Freikörperkultur, Familienferienzeltplatz, 25946 Wittdün, Tel. 04682/24 08, Fax 04682/991 08, Klaus-Thiesen@t-online.de