Ich habe zu DDR-Zeiten eine Lehre beim Meteorologischen Dienst in Potsdam gemacht. Nach der Wende und über verschiedene Stationen kam ich dann mit Jörg Kachelmann zusammen, und der fragte mich Ende der neunziger Jahre: Willst du nicht in die Heimat zurück? Und da ich aus Parchim in Mecklenburg-Vorpommern stamme, dachte ich: Feine Sache, das. Als ich hier oben ankam, sagte er dann allerdings auch zu mir: So, und in drei Tagen machst du Fernsehen!

Seitdem sagen Sie im "Nordmagazin" des NDR jeden Tag das Wetter an, sind für viele der Mann mit dem Puschel.

Ach ja, der Puschel! Das ist ein Windschutz fürs Mikro – sonst würde man auf der Küste beim Leuchtturm nicht mich, sondern nur Meeresrauschen und Sturm hören. Die Steilküste ist schließlich mehr als 70 Meter hoch. Da pfeift’s ganz schön.

Den unkonventionellen Stil von Kachelmann wollten schon viele TV-Meteorologen kopieren. Sie auch?

Nein, ich sage das Wetter so an, wie ich es auch meiner Tante erzählen würde. Mich werden Sie nicht auf einem Kamel sitzen und Hitze ansagen sehen.

Apropos Hitze, wo scheint denn die Sonne an der deutschen Ostseeküste am meisten?

Eindeutig auf Hiddensee. Nicht weil wir da sind und wo wir sind, die Sonne ist. Es ist vielmehr so: Quellwolken brauchen es untenrum warm, das kriegen sie nur über Land, nicht über der See. Deswegen ist hier meist blauer Himmel, und über dem Binnenland hängen die Wolken.