Im Jahr 1985 entlässt der Wirt seine Kellner wegen Unzuverlässigkeit; seither bedienen sich die Gäste selber. 1990 beginnt die Ära des Beachvolleyballs am Kurhaus. 1993 wird das Granitglied am Jadebusen zum Welt-Aids-Tag feierlich verhüllt.

Irgendwann um diese Zeit geht Tapken zum Arzt. Der sagt: "Wenn Sie noch 14 Tage so weitermachen, sind Sie auf der Oldenburger Straße!" – "Was soll ich da?" – "Sie schalten ja nicht mal mehr", schimpft der Arzt, "da ist der Friedhof." Seitdem ist das Kurhaus nur noch Freitag, Sonnabend, Sonntag geöffnet.

Im Jahr 2002 bekommt Tapken das Bundesverdienstkreuz, offiziell wegen seiner sozialen Verdienste, in Wirklichkeit wegen seines Rhabarberkuchens.

Von morgens um halb fünf an ist der Wirt auf den Beinen, um zu backen. Später gießt er den Kaffee auf, von Hand, 1000 Tassen am Tag, "das schaffen Maschinen ja gar nicht". 150 Leute zum Frühstück, 200 zum Mittagessen, 1200 am Nachmittag, mancher Stammgast in der 4. Generation. Draußen schneidet die Tochter den Efeu, damit auf den Tischen kein Kunststoff steht, sondern was Echtes.

Im Juni 2005 haben die Gymnasiasten Abiball, 800 Gäste von abends um 9 bis morgens um 4. Der Wirt spritzt hernach die Bohlen des Kursaales mit dem Wasserschlauch ab, und um 9 ist’s, als wär nichts gewesen.

"Ich denk immer bloß an den nächsten Morgen", sagt Karl-August Tapken. "Da kommen die Nächsten."