Aber steckt in dieser aufgeklärten Tragödientheorie nicht wiederum eine negative Metaphysik des ewigen Konflikts? In der Tat scheint es für Menke keine ästhetische Versöhnung zu geben, und Kunst ist für ihn buchstäblich hoffnungslos. Auch die Vorstellung, Theaterspiele entließen versöhnende Energien noch dort, wo sie auf der Handlungsebene die Lösung tragischer Konflikte verweigern, bleibt Menke fremd. Seine Tragödientheorie wird sogar in Komödien stets den Keim künftigen Unglücks entdecken. Vor dem Gedanken, dass es auch anders sein könnte, wird sie erschrecken.