Zunächst einmal: Rauchen ist schädlich. Insbesondere die Partikel, die man ein-, aber nicht mehr ausatmet, richten in der Lunge Übles an, und es gibt keine positive Wirkung, die das aufwiegen könnte. Anders als etwa beim Alkohol, bei dem mäßiger Genuss durchaus eine positive Gesamtwirkung haben kann, gibt es hier nichts aufzurechnen oder zu beschönigen.

Allerdings kann die regelmäßige Versorgung des Körpers mit dem Nervengift Nikotin bei einigen Krankheiten vorbeugend wirken oder den Einsatz der Symptome verzögern. Ein Artikel im British Journal of Addiction von 1991 listet einige dieser Krankheiten auf: die Parkinsonsche Krankheit, das Tourette-Syndrom, chronische Dickdarmentzündung – und sogar Alzheimer. Wobei man sarkastisch einwenden könnte, dass ein Raucher erst einmal alt genug werden muss, um den Effekt zu spüren. Die Forschungsergebnisse, die der Artikel zitiert, sind allerdings alle sehr vorläufig, und offenbar sind in den letzten 14 Jahren nicht genügend Erkenntnisse hinzugekommen, die für die Einführung eines medizinischen Nikotinpräparats gereicht hätten.

Sowohl deutsche Wissenschaftler vom Forschungszentrum Jülich wie französische Forscher vom Institut Pasteur in Paris haben kürzlich noch eine andere positive Wirkung auf das Gehirn entdeckt: Unter Nikotineinwirkung scheint sich die Aufmerksamkeit zu verbessern. Ob diese Ergebnisse allerdings ausreichen, am Zigarettenkonsum festzuhalten, scheint mehr als fraglich. Christoph Drösser

"Stimmt’s"-Fragen an: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg oder stimmts@zeit.de . Das "Stimmt’s?"-Archiv: www.zeit.de/stimmts

Audio: www.zeit.de/audio