Wenn in London Bomben explodieren, dann dauert es nicht lange und Pakistan steht im Zentrum der Aufmerksamkeit.  Drei der vier Attentäter vom 7. Juli waren Briten pakistanischer Abstammung. Alle drei waren 2004 mehrere Monate lang in Pakistan. Sie besuchten dort Religionsschulen. Jetzt besteht der dringende Verdacht, dass ihnen in einer dieser Madrassen ihre tödliche  Ideologie vermittelt wurde.

Pakistans Madrassen werden oft und gern "Schulen des Hasses" genannt. Das ist mit Sicherheit ein pauschales Urteil und daher ungerecht und irreführend. Es besteht aber auch kein Zweifel, dass in vielen dieser Schulen Gewalt gepredigt wird.

Nur war diese Form der Erziehung in der Vergangenheit recht gefragt gewesen, auch in den Kreisen westlicher Staatenlenker. Denn die Jungen, die in den Madrassen aufgehetzt wurden, sandte man als Guerillakämpfer nach Afghanistan. Dort sollten sie die Sowjets bekämpfen. Sie waren nützlich. Heute sind sie es nicht mehr. Heute sind sie tödlich für den Westen.

Im Januar 2002 versprach der pakistanische Präsident Pervez Musharraf, dass er das gesamte System der Madrassen reformieren werde. Er wollte die Schulen unter die Kontrolle des Staates stellen. Die Madrassen sollten normale Schulen werden, mit einem religiösem Schwerpunkt - mehr nicht.

Jetzt blicken alle wieder auf diese Madrassen, wieder auf die "Schulen des Hasses". Musharraf hat nichts bis wenig getan, um seine Versprechungen einzuhalten. Der Grund dafür: Er braucht die Unterstützung der Religiösen, um seine kaum verhohlen Militärdiktatur zu legitimieren. Sie sind ein Teil seiner Machtbasis.