Bei einer Serie von Terroranschlägen im ägyptischen Badeort Scharm al-Scheich sind mindestens 83 Menschen ums Leben gekommen. Die meisten von ihnen sind Ägypter . Auch mehrere ausländische Touristen sollen unter den Todesopfern sein, darunter zwei Briten,  ein Italiener und ein Tscheche.

Mindestens 136 Menschen seien zum Teil schwer verletzt worden, teilte das Innenministerium in Kairo am Samstag weiter mit. Auch deutsche Urlauber sollen verletzt worden sein, berichtete das Bundeskanzleramt gegen Mittag.  Das Auswärtige Amt ergänzte, es gebe aber keine konkreten Hinweise auf deutsche Schwerverletzte oder Todesopfer. Im Gebiet von Scharm al-Scheich machen gegenwärtig mehrere tausend Deutsche Urlaub.

Zu dem Blutbad bekannte sich eine angeblich mit dem Terrornetz al-Qaida verbundene Gruppe. Ägyptens Staatspräsident Hosni Mubarak informierte sich am Ort des Geschehens über das Ausmaß der Gewalttaten. Im ägyptischen Fernsehen sagte Mubarak: "Dieser Zwischenfall wird nur unsere Entschlossenheit stärken, den Terrorismus aufzuhalten und auszumerzen."

Es sei zu früh, um sagen zu können, wer hinter den Attentaten stecke, sagte Innenminister Habib al-Adli. Es handele sich aber um "eine Bande von Kriminellen", die nichts mit dem wirklichen Islam zu tun hätten. Die Badeorte am Roten Meer hätten sich schon vor dem Anschlägen in erhöhter Alarmbereitschaft befunden.

In der Nacht zum Samstag waren in zwei Hotels und auf einem belebten Markt des Badeortes drei Sprengsätze explodiert. Gegen 1.15 Uhr detonierte am alten Markt in der Stadt Scharm al-Scheich eine Autobombe. Der Nachrichtensender CNN berichtete, es habe  sich um einen Selbstmordanschlag gehandelt.

Zwei weitere Sprengsätze detonierten in dem Touristenzentrum Naama Bay, etwa sechs Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Wenige Minuten nach der ersten Explosion raste ein zweiter Selbstmordattentäter mit einem Auto in die Eingangshalle des Ghazala-Garden-Hotels, berichteten Augenzeugen. Ein Wachmann, der ihn aufhalten wollte, wurde getötet. Ein Teil des Hotels stürzte ein.

Die dritte Bombe, die vermutlich in einer Tasche versteckt war, explodierte auf einem Parkplatz vor einem Café, das vor allem von ägyptischen Hotelangestellten besucht wird.  Menschen rannten nach den Explosionen in Panik auf die Straße, sagten Zeugen.