Ihre Karte von Afrika ist ja sehr schön, beschied Bismarck einen deutschen Kolonial-Fan, aber meine Karte von Afrika liegt in Europa. Hier liegt Russland. Und hier liegt Frankreich, und wir sind in der Mitte, das ist meine Karte von Afrika. Deutschland sei also falsch platziert, um Weltpolitik zu betreiben. Womit wir schon bei seinem Nachfolger Joschka F.

wären. Der hat bekanntlich sein mal größeres, mal kleineres Gewicht in die weltpolitische Waagschale geworfen, um Berlin im G4-Verbund einen Sitz im UN-Sicherheitsrat zu verschaffen - in einem Spiel, in dem Afrika der Waage Zünglein ist. Fischer hätte auf Bismarck hören sollen.

Denn die 53 afrikanischen Staaten, deren Stimmen in der Generalversammlung den Ausschlag geben, spielen nicht mit. Sie befetzen und blockieren sich gegenseitig, stellen zudem noch unerfüllbare Bedingungen wie drei Vetositze für den afrikanischen Kontinent. So schwindet die erhoffte Zweidrittelmehrheit in der Generalversammlung dahin wie die deutsche Renten-Reserve und der Vorsprung der CDU/CSU. Die wahren Vetomächte - USA, China, Russland, England und Frankreich -, die keinerlei Interesse daran haben, mit den Deutschen e tutti quanti zu teilen, können derweil getrost in die Ferien fahren. Wer muss noch nein sagen, wenn Afrika den G4 das Spiel vermasselt?

Bismarck hatte Recht: Unsere Karte von Afrika liegt in Europa. Das Elsass, die Toskana und Mallorca haben wir schon, die Ex-DDR sowieso. Deutsche Gastarbeiter überfluten Österreich, deutsche Firmen die Slowakei. Das sind Immobilien, der Stuhl im Sicherheitsrat ist bloß Mobiliar.