Dass viele türkische Organisationen auch weiterhin Argumente und Beweise für den Völkermord an den Armeniern 1915/16 unbesehen vom Tisch wischen, haben sie jüngst in Bremen handgreiflich demonstriert. Opfer ihrer Art von Meinungsbildung wurde der Verleger Helmut Donat. Der hatte aus Anlass einer Podiumsdiskussion, die türkische Vereine auf Vermittlung des Rathauses veranstalteten, mit Genehmigung der Saalvermieter einen Büchertisch aufgestellt. Nach Beginn der Veranstaltung stürzten plötzlich mehrere türkische Ordner in die Vorhalle und verlangten die sofortige Entfernung der Bücher. Als Donat sich weigerte, warfen sie die Bücher zu Boden und kippten den schweren Tisch um. Zwei Mitarbeiter erlitten Prellungen. Donat hat inzwischen Anzeige erstattet. In seinem Verlag sind mehrere Dokumentationen über die Massaker an den Armeniern erschienen, darunter kürzlich das Buch Armenien, die Türkei und die Pflichten Europas mit der berühmten Rede Eduard Bernsteins aus dem Jahre 1902.