Betrachtet man die Fachhochschulen im Einzelnen, haben es alle privaten bei der Vorbereitung auf das Berufsleben in die Spitzengruppe geschafft – nur die FH Deggendorf rettet hier die Ehre der staatlichen Fachhochschulen. Sie ist in der Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt ebenfalls spitze. Einen leichteren Start haben Studierende, die für ein Semester oder länger im Ausland waren; sie beurteilen die Vorbereitung auf den Job durch ihr Studium deutlich besser – was wohl nicht zuletzt an den erworbenen Sprachkenntnissen liegt.

Die Absolventen wurden auch gefragt, wie sie die Vermittlung spezifischer Kompetenzen mit Blick auf ihren Berufsalltag beurteilen (siehe Grafik). Positiv bewertet werden das erworbene Grundlagenwissen, die Fähigkeit zur Teamarbeit und selbstständiges Denken. Kritischer gesehen werden IT- und Fremdsprachenkenntnisse und die Förderung der Transferfähigkeit, also die Anwendung des Gelernten auf praktische Probleme. Am schlechtesten wird die Forschungskompetenz bewertet – wobei diese kein spezifisches Merkmal eines Fachhochschulstudiums ist. Keine Hochschule hat es bei allen Indikatoren in die Spitzengruppe geschafft.

Knapp 60 Prozent der Befragten haben direkt nach dem Studium zu arbeiten begonnen, wer nach dem Abschluss noch einen Job suchen musste, hat dafür im Schnitt 4,4 Monate gebraucht. Die Zahlen schwanken allerdings von FH zu FH. Praktisch alle Absolventen der HfB in Frankfurt hatten am Tag der Zeugnisübergabe schon einen Vertrag unterschrieben, an den übrigen privaten Schulen fanden mehr als 70 Prozent sofort einen Job. Sehr gut schneiden auch die staatlichen Fachhochschulen in Pforzheim, Darmstadt, Frankfurt, Rosenheim, Ingolstadt, Mainz und Stuttgart ab. Dass hier regionale Wirtschafts- und Arbeitsmarkteffekte eine Rolle spielen, zeigt der Blick auf die Problemfälle: An den Hochschulen in Schmalkalden, Stendal, Brandenburg und Dortmund fanden weniger als ein Drittel sofort eine Arbeitsstelle.

Das durchschnittliche Anfangsgehalt liegt bei rund 39.000 Euro. Auch hier sind die Unterschiede zwischen den FHs teils enorm. Drei Viertel der Absolventen der FH Brandenburg verdienen weniger als 30.000 Euro pro Jahr, wer in Frankfurt an der HfB studiert hat, konnte mit über 50.000 Euro pro Jahr rechnen. Sollten Studiengebühren auch für staatliche FHs eingeführt werden, werden Studienanfänger ihre Erfolgsaussichten am Arbeitsmarkt wohl noch genauer verfolgen.