Stefan Schmitt hat sich nicht nur im Ton vergriffen, sondern auch noch schlecht recherchiert. Der Wiener Erzbischof Kardinal Schönborn hat keine Predigt gehalten, sondern eine verbreitete Lehrmeinung unter Darwinisten über die Evolutionstheorie unterstützt. Schönborn betont ausdrücklich, dass er kein Kreationist ist. Er lehnt keinesfalls Mutation und darauf folgende Selektion beziehungsweise Anpassung als Kernelemente der Evolution ab, sondern ergänzt sie durch den Hinweis, dass in der heutigen paläobiologischen Forschung immer stärker von einem Programm ausgegangen wird, ohne das eine große Reihe von Evolutionsphänomenen nicht erklärt werden könne. Der herausragende Forscher und bekennende Darwinist Simon Conway Morris beschreibt in seinem Buch Life's Solution eindrücklich diese Beobachtungen.

Wenn ein hoher Vertreter der katholischen Kirche diese Forschungstrends in seinen Glaubens- und Lehrrahmen einfügt, dann sollte man das zumindest respektieren und nicht als ewig gestrig abwerten.

DR. VOLKMAR HIERNER, BRAINE-L'ALLEUD, BELGIEN

Schönborns Stich: Da sitzen die Könige bei finsterem Lichte und ein jeder verdächtigt den anderen, mit falschen Karten zu spielen. Der Wissenschaftler spielt die Rationalismuskarte aus. Der Theologe sticht mit der Vatikankarte zurück. Und ein jeder verbietet dem anderen den Blick über den Tisch. ... Und hinter dem Universum sitzt einer und mischt die Karten ständig neu durch.

FRITZ BAUMGARTNER, ST. GEORGEN/GUSEN, ÖSTERREICH