Unsere Mütter haben trotz Kriegs- und Nachkriegsnot, trotz der Giftbücher einer Johanna Haarer, Hildegard Hetzer oder Elisabeth Plattner eifrig Kinder geboren. In unserer und der nachfolgenden Generation waren es dann viele Faktoren, die zur Geburtenbremse führten.

Der tägliche Vietnamkrieg im TV, die erkennbare Verwüstung der Erde durch steigenden Ressourcenverbrauch bei gleichzeitiger Bevölkerungsexplosion waren damals einige der Gründe.

Hinzu kam später zunehmende Zeugungsunfähigkeit durch Stressfaktoren wie mit der Nahrung aufgenommene Schwermetalle und Organochloride. Die Unsicherheit, ob der Arbeitgeber das Gehalt wegen der internationalen Konkurrenz noch weiter absenken wird, die teure Wohnung noch gehalten werden kann oder gar Arbeitslosigkeit droht, das sind einige aktuelle Diskussionsthemen mit Kolleginnen.

DR. HANS-HINRICH WITT, FRIELENDORF

Die dargestellte Meinung, dass die Reproduktionsunlust ein speziell deutsches Problem und unter anderem in Erziehungsratgebern der Nazizeit begründet sei, klingt natürlich erst mal hoch interessant. Aber ein Blick über die Landesgrenzen reicht: In Italien, in Spanien, in Polen bekommen die Frauen noch weniger Kinder als hier in Deutschland, und da reichen Nazibücher und ihre Nachfolger nach 1945 zur Erklärung nicht aus.

HELMUT HULLEN, BRAUNSCHWEIG