Die Falludscha-Falle

Staub überall, in Äonen von Jahren fein gemahlener Wüstensand. Er liegt auf den Bürgersteigen und auf den Straßen, in Hauseingängen und Nischen. Er setzt sich in den Haaren fest, er kriecht in jede Pore, er dörrt die Nasenschleimhäute und trocknet den Mund aus. Die schweren Reifen über Schotterplätze manövrierender Militärlastwagen wirbeln ihn auf. Jeder Lufthauch bläst ihn von den Erdwällen, die allenthalben als Vorkehrung gegen Selbstmordbomber aufgeworfen wurden. Jeder Stiefelschritt löst kleine Wölkchen aus. Manchmal, wenn ein Windstoß den fast schwerelosen Sand aufpeitscht, bleibt er wie Smog in der Luft hängen und verdunkelt die Sonne.

Ein halbes Dutzend Milizionäre der irakischen Public Order Brigade (POB) lehnen an einem Kleinlaster. "Behaltet die im Auge", raunt der Anführer eines amerikanischen Trupps seinen Kameraden zu. "Die stecken mit den Aufständischen unter einer Decke. Wenn ihr einen Schuss hört, schaut euch zuerst nach denen um."

Die Amerikaner, hünenhafte Gestalten, über 1,90 Meter groß, schreiten in loser Kampfordnung durch das Zentrum von Falludscha, zwei vorneweg und einer hinter mir. Die Waffen schussbereit und aufmerksam die Bürohäuser musternd, die seit der Zerstörung der Stadt im letzten November leer und skelettartig in den vor Hitze flirrenden Himmel ragen. Hinter ausgeschossenen Fenstern liegen dunkle Etagen. In jeder Etage, auf jedem Dachvorsprung könnte ein Heckenschütze lauern.

Die Reise nach Falludscha hatte Tage in Anspruch genommen. Zuerst in einer Herkules-Transportmaschine von einem abgelegenen Wüstenflughafen in Kuwait nach Bagdad. The Rock hieß die Maschine, Baujahr 1962. Sie war voll geladen mit Soldaten und Nachschub. Ihr Rumpf bebte, und mein Magen verkrampfte sich, als der Pilot sie vor der Landung in steilen Korkenzieherkurven in die Tiefe zwang, um Raketen auszuweichen.

Falludscha ist der Inbegriff eines Krieges, wie Guernica, wie Grosnyj

Vom Flughafen, einem riesigen Heerlager aus Tausenden Zelten voll von Soldaten, Söldner, Fremdarbeiter, Abenteurer und Agenten, ging es in gepanzerten Bussen über die gefürchtete Airport Road in die Grüne Zone, von der aus die irakische Regierung und 3000 Angestellte der amerikanischen Botschaft das Land verwalten. Tagelanges Warten. Immer wieder drang Maschinengewehrknattern aus der Roten Zone herüber, manchmal ganz nah an der hohen Schutzmauer. Lange Nächte auf in Gängen aufgeschlagenen Pritschen. Um drei Uhr morgens wurde ich wach gerüttelt. Zwei Helikopter schwenkten mit geöffneter Ladeklappe auf den Hubschrauber-Landeplatz ein, blieben zwei, drei Minuten mit laufenden Rotoren stehen, hoben sofort wieder ab und nahmen volle Fahrt auf. Auf beiden Seiten beobachteten Maschinengewehrschützen durch Nachtsichtgeräte erst die Straßen Bagdads, dann die Vororte, schließlich die nur von wenigen Lichtpünktchen unterbrochene Dunkelheit in der Wüste. Der Landeplatz in Falludscha war durch schwach glimmende Leuchtröhren markiert. Kaum hatte man sich aus dem von den Rotoren aufgepeitschten Luftwirbel entfernt, entschwanden die Hubschrauber wieder.

Falludscha ist mehr als der Name einer Stadt. Falludscha ist der Inbegriff eines Krieges, wie Guernica, wie Stalingrad, wie Grosnyj. Fährt man von Osten auf der Fernstraße von Bagdad nach Amman in die Stadt, kommt man zuerst durch ein Gewerbegebiet kleiner Handwerker. Die meisten Werkstätten sind entweder ausgebombt oder geschlossen – die Schreinereien, die Schlossereien, die Autoreparatur mit dem selbst gemalten Mercedesstern. In einem sich anschließenden Villenviertel ragen aus vormals stolzen Anwesen halb zerschossene Fassaden auf, die dahinter liegenden Zimmer gibt es nicht mehr. Links eine Moschee, vom Minarett steht bloß noch ein Stummel, von der Kuppel ist nur ein zerschossenes Betonrund übrig geblieben.

In den nördlichen Stadtteilen ist kaum ein Haus ohne Einschusslöcher zu sehen. Manche Häuser sind völlig zerstört, viele kaum noch zu bewohnen. Im Süden der Stadt hat die Novemberschlacht eine flächendeckende Verwüstung angerichtet, die nur mit den Zerstörungen zu vergleichen ist, die der Tsunami einen Monat später im indonesischen Aceh verursachte. Trümmer über Trümmer. An manchen Stellen sind sie grob mit Bulldozern zusammengeschoben. Andernorts wurden nur die Straßen frei geräumt. Stromleitungen hängen lose von den Masten. Zerschossene Lastwagen, ein paar jämmerliche Flüchtlingszelte. Zwischen Mauerresten haben in den Trümmern hausende Menschen eine Wäscheleine aufgespannt.

Einige mit abgerissenen Jeans, T-Shirts und zerschlissenen Schuhen bekleidete Kinder stehen in den verwüsteten Straßen und winken den Besatzern zu. Die winken durch die schusssicheren Scheiben ihrer Humvees, der gepanzerten Allzweckfahrzeuge, zurück.

Von einem bestimmten Alter an, so um die 13, 14 Jahre, winken die Kinder nicht mehr. Ihr Ausdruck und ihre Haltung wirken verhärtet. Man hat das Gefühl, sie haben sich ohne das Zwischenstadium von Jugend und Pubertät in Erwachsene verwandelt. Den Soldaten werfen sie nur noch kalte Blicke zu, kalte, abweisende Blicke.

Die Falludscha-Falle

Auch die Innenstadt bietet ein Panorama der Verwüstung. Kaum ein Auto ist zu sehen. Das quirlige arabische Straßenleben ist abgestorben. Nur hier und da sitzen vier, fünf Einheimische im Schatten eines Säulenganges um einen Tisch. Einer von ihnen erwidert ein Lächeln, ein "Salam". Die anderen tun so, als sähen und hörten sie nichts. Knapp 300000 Menschen lebten in der einst florierenden Stadt. Zwischen 70 und 90 Prozent flohen vor dem Großangriff. Erst rund 100000 Flüchtlinge sind zurückgekehrt. Man hat den Eindruck, der Sieg über die Terroristen habe Falludscha alles Leben ausgetrieben.

Schon im ersten Golfkrieg 1991 kam es in Falludscha zu einem "Kollateralschaden", der zwischen 50 und 150 Menschen das Leben kostete. Genaue Zahlen sind nicht erhältlich, entweder sind sie unbekannt, oder sie werden verfälscht beziehungsweise geheim gehalten. Selbst die Zahl der Moscheen in der Stadt wird verschleiert, sie schwankt zwischen 19 und 120. Fest steht, dass ein Kampfflugzeug der britischen Royal Air Force die große Euphratbrücke am westlichen Stadtrand mit vier lasergesteuerten Bomben angriff. Zwei Bomben fielen in den Fluss, eine traf ins Ziel. Die vierte Bombe kam vom Kurs ab und explodierte mitten auf einem Marktplatz.

Gleich nach der Eroberung des Iraks entwickelte Falludscha sich zum schrillsten Schauplatz im Kampf zwischen Besatzungstruppen und Aufständischen. Bereits im April 2003 gaben örtliche US-Kommandeure den Befehl aus, alle mit Kalaschnikows oder Granatwerfern bewaffneten Männer ohne Anruf oder Warnung gezielt zu töten. Am 28. April erschossen GIs – ihrer Darstellung zufolge in Selbstverteidigung – 15 Demonstranten vor einer Schule.

Die Aufständischen reagierten auf das drakonischen Vorgehen mit immer brutalerer Gewalt. Anfang April 2004 prügelte ein von ihnen aufgestachelter Mob vier für einen privaten Sicherheitsdienst arbeitende amerikanische Söldner zu Tode, schleppte sie hinter Autos zur alten Euphratbrücke und hängte sie in deren Stahlgitterwerk auf.

"Wir werden Falludscha für uns gewinnen", schwor daraufhin ein Kommandeur der Marineinfanteristen. "Wir werden jede Straße durchkämmen und die Terroristen zur Strecke bringen."

Am 5. April marschierte das 1. Expeditionskorps der Marineinfanterie ein. Am 8. April bombardierten Jagdflugzeuge des im Persischen Golf stationierten Flugzeugträgers USS Washington Stellungen der Aufständischen. Nach fünf Tagen erbitterter Kämpfe riefen die Militärs auf Druck des Leiters der Besatzungsverwaltung Paul Bremer eine einseitige Waffenruhe aus und öffneten den Zugang zu den zwei Krankenhäusern der Stadt, die außerhalb der Stadtgrenzen liegen und abgeschnitten waren. Vermutlich 1.250 Zivilisten wurden während der Gefechte verwundet, um die 600 verloren ihr Leben. Die Soldaten behaupteten, die Aufständischen hätten Zivilisten als menschliche Schilde benutzt, das sei der Grund des hohen Blutzolls.

Bereits in der zweiten Aprilhälfte kontrollierten die Rebellen wieder die Straßen. Sie errichteten Barrikaden und legten Waffenlager an. Bis zum Herbst hatten sich der Armeeführung zufolge 2.000 bis 3.000 Aufständische in Falludscha festgesetzt, darunter der jordanische Al-Qaida-Führer Abu Musab al-Sarqawi.

Die Zerstörung begann am 30. Oktober mit einem Bombardement strategischer Gebäude und vermuteter Waffenlager durch die US Air Force. Amerikanische, irakische und britische Landstreitkräfte legten einen Belagerungsring um die Stadt. Am 8. November griffen 10.000 bis 15.000 GIs und zwischen 1.000 und 2.000 irakische Soldaten, wieder unter Führung des 1. Expeditionskorps, Falludscha an. Die politische Rechtfertigung lautete, den Aufständischen müsse im Vorfeld der für den 30. Januar 2005 angesetzten Parlamentswahlen die Macht entrissen werden. Die Amerikaner nannten die Aktion "Operation Phantom Fury", frei übersetzt "Operation entfesselte Wut". Der irakische Verteidigungsminister bestand auf dem hoffnungsvolleren Namen "al-Fajr", "Operation Morgenröte".

Jedes Haus wurde durchsucht, keines wurde verschont

Die Falludscha-Falle

Falludscha ist keine große Stadt. Von der östlichen Stadteinfahrt bis zum Euphrat sind es nicht mehr als drei Kilometer. Die Menschen lebten überwiegend in zweigeschossigen grauen Häusern. Die an engen Gassen gelegenen Gebäude umschließen Innenhöfe, in die man durch Toreinfahrten gelangt. Als die Soldaten einrückten, waren die meisten Hausfenster mit Jalousien und Pappdeckeln verdunkelt und die Tore mit schweren Schlössern verriegelt.

Das Marinekorps ging mit drei Taktiken zu Werke, die in der Diktion des Kriegshandwerks "mechanisch", "ballistisch" und "explosiv" heißen. Die Hausmauern und Tore wurden entweder mit Panzern, gepanzerten Geländewagen und Bulldozern aufgebrochen, mit Maschinengewehren aufgeschossen oder mit Sprengkörpern aufgesprengt. Schnelligkeit war das oberste Ziel. Jedes Haus wurde durchstöbert, keines blieb verschont.

Als sie in die Häuser eindrangen, folgten die Infanteristen wiederum drei verschiedenen Taktiken, die ihnen als "dynamischer", "tückischer" und "verhaltener" Angriff beigebracht worden waren. Der "dynamische" Angriff wird von Anfang bis Ende "gewalttätig und aggressiv" durchgeführt. Die Soldaten schreien, schießen in jede Tür und in jedes Fenster, werfen Leuchtraketen und Handgranaten in alle Räume. Wenn sie "tückisch" vorgehen, versuchen sie den Gegner zu verwirren, huschen durch das Gebäude und flüstern sich Befehle zu. Die "verhaltene" Taktik ist eine Mischung der beiden Methoden. Das Ziel jeder Methode ist das gleiche – "den Feind zu eliminieren und die eigenen Verluste zu minimieren", wie es ein GI formuliert.

Am 16. November erklärte die Armeeführung die Schlacht für erfolgreich beendet. Al-Sarqawi war entkommen, doch die Streitkräfte hatten offenbar 1.200 Aufständische getötet und knapp 20 Folterkammern, Gefängnisse und Hinrichtungsstätten der Aufständischen ausgehoben. 71 GIs starben, 621 Soldaten wurden verwundet. Über die Hälfte der 39.000 Häuser der Stadt waren schwer beschädigt, 10.000 davon so sehr, dass sie nicht wiederaufgebaut werden können.

Über die Zahl getöteter Zivilisten gibt es keine offiziellen Angaben. Die englische Organisation Iraq Body Count ermittelte in einer gerade veröffentlichten Studie jedoch über 700 bei der Aktion getötete Einwohner und kam auf insgesamt 1.874 Todesopfer in der Stadt seit Kriegsausbruch. Damit ist die Todesrate in Falludscha, bezogen auf die Einwohnerzahl, viermal so hoch wie in Bagdad.

Wie eine Insel liegt Falludscha in der Sandwüste der Provinz Anbar. Die Soldaten beobachten die Wüste aus Bunkern und provisorischen Bauten mit Ferngläsern und Nachtsichtgeräten. Sie haben auf das Bahnhofsdach am nördlichen Stadtrand ein neu entwickeltes Präzisionsgeschütz montiert, mit dem sie wie bei einem Videospiel in einem Umkreis von mehreren Meilen jede sich nähernde Gestalt computergesteuert erschießen können. Zwei Soldaten erläutern begeistert, wie das Geschütz funktioniert.

Anreiz für den riskanten Job als Polizist ist das hohe Gehalt

Das moderne Kriegsspielzeug ist eine kleine Ablenkung in ihrem ermüdenden Dienst. Der besteht aus unglaublich vielen Zigaretten, aus Langeweile und Heimweh, aus üppigen Mahlzeiten und Fitnesstraining an Kraftmaschinen, die sie auf dem Bahnsteig aufgestellt haben. Ein mehr als mannshoher Erdwall und ein Stacheldrahtzaun schützen das Bahnhofsgebäude. Die Gleise sind vermint.

Fünf Straßen führen in die Stadt. An den Stadteinfahrten stauen sich die wenigen Autos, Kleinbusse und Lastwagen, die unterwegs sind, vor Kontrollposten – unübersichtliche Labyrinthe aus Erdwällen, Betonmauern und Wachtürmen. Männer im wehrfähigen Alter zwischen 18 und 52 Jahren werden in einem Unterstand verhört und erkennungsdienstlich behandelt. Ihre Daten, ihre Fingerabdrücke und Irisraster werden in Computern abgespeichert. Wenn nichts gegen sie vorliegt, erhalten sie eine fälschungssichere Kennkarte, mit der sie einreisen dürfen. Frauen werden auf Waffen und Sprengstoff abgetastet.

Die Falludscha-Falle

2.000 amerikanische sowie 2.000 irakische Soldaten und Milizen sind in Falludscha stationiert, dazu als Verstärkung 2.000 Marineinfanteristen in einem Militärlager im Osten der Stadt. Auf je zwanzig Einwohner kommt ein Soldat. Innerhalb der Stadt müssen sich die Bewohner strikten Notstandsverordnungen fügen. So gilt eine Ausgangssperre ab neun Uhr abends. Jede verdächtige Bewegung kann zur Verhaftung führen. Auf ihrer Rückseite tragen die Humvees Schilder mit der Aufschrift "Lebensgefahr, 300 Meter Abstand halten" – Schilder, die man aus 50 Meter Entfernung kaum entziffern kann. Wer sich näher heranwagt, läuft Gefahr, erschossen zu werden. Dem Stadtkrankenhaus zufolge kommt das jede Woche ein- bis zweimal vor.

Einmal versucht eine schwarz gekleidete alte Frau, die ein in Stoff eingeschlagenes Bündel auf dem Kopf trägt, vor unserem Humvee die Straße zu überqueren. Der Fahrer drückt aufs Gaspedal und reißt das Gefährt haarscharf an ihr vorbei. Bremsen oder gar stehen bleiben verbietet sich, die Angst vor Selbstmordattentätern ist zu groß.

In den ersten fünf Monaten dieses Jahres sank die Zahl der Anschläge auf Besatzungstruppen auf zwei am Straßenrand versteckte Bomben, auf zwei Attacken mit Maschinengewehren und zwei Mörserangriffe im Monat; nur sechs Marineinfanteristen starben in dieser Zeit. Die Amerikaner nehmen jetzt den nächsten Schritt zur Stabilisierung des erzwungenen Friedens in Angriff. Die Verantwortung für die Sicherheit soll einheimischen Ordnungskräften übertragen werden.

In einer konfiszierten Schule im Stadtzentrum bilden Polizeiberater die ersten 80 Anwärter einer neuen Schutzpolizei aus, die zum Jahresende 1200 Mann stark sein soll. Die Schule ist mit Erdwällen verbarrikadiert wie ein mittelalterliches Fort. Die Aspiranten hocken in durchgeschwitzten Hemden hinter ihren Pulten. Manche können in der drückenden Hitze die Augen kaum aufhalten, andere lesen Groschenheftchen. Ein Dolmetscher übersetzt mit monotoner Stimme die Ausführungen eines Ausbilders.

Die Anwärter wurden in zwei Phasen ausgewählt. Wichtigstes Kriterium ist ihre politische Zuverlässigkeit. Die USA wollen nicht noch einmal eine Polizei aufbauen, die wie die Public Order Brigade von Aufständischen unterwandert wird. In den Augen der Einwohner sind die meisten Polizeianwärter allerdings keine Einheimischen, sie kommen größtenteils aus anderen Landesteilen. Der Job, auf den sie sich eingelassen haben, ist hochriskant. Der einzige Anreiz ist das hohe Einkommen; sie erhalten das Vierfache des landesüblichen Durchschnittsgehalts von 350 Dollar im Monat.

Im Militärlager vergisst man fast, dass hier Krieg herrscht

Das größte Problem mit diesen Leuten, räumt ein amerikanischer Berater ein, sei ihr völliges Unverständnis für die Rolle der Polizei in einem demokratischen Staat. Dass auch Gesetzesbrecher Rechte haben und nicht einfach verprügelt und eingesperrt werden dürfen, sei ihnen völlig fremd. "Das müssen wir ihnen erst irgendwie beibringen."

Den Chef der Verkehrspolizei hat die Besatzungsmacht über die Köpfe höhergestellter Kollegen hinweg eingesetzt. Die amerikanischen Mentoren treffen ihn in seinem Revier. Er will seine bislang unbewaffnete Mannschaft mit Pistolen ausrüsten. "Ist Ihnen klar", fragt einer der Amerikaner, "dass Sie Ihre Leute dadurch zur Zielscheibe für Terroristen machen?" Natürlich sei er sich darüber im Klaren, gibt er zurück. "Aber wir müssen in der Lage sein, uns zu verteidigen."

Das 1. Expeditionskorps der Marineinfanterie ist in seine Heimatkaserne Camp Lejeune in North Carolina zurückgekehrt. Es wurde durch das in Kalifornien ansässige 2. Expeditionskorps ersetzt, das in Camp Falludscha stationiert ist, fünf Kilometer östlich der Stadt. Auf den ersten Blick mutet das Wüstenlager etwas antik an, wie das Quartier eines ins 21. Jahrhundert versetzten Besatzungsheeres vor den Toren Trojas. Die Einfahrt führt durch zwei hoch aufgeworfene Schanzwerke.

Die Falludscha-Falle

Aber das Lager ist eine durch und durch moderne Militärunterkunft. Tag und Nacht dröhnen die Dieselmotoren riesiger Stromaggregate. Klimaanlagen kühlen die Zelte und Baracken. Brandneue Mercedes-Tanklaster schaffen Duschwasser aus zwei Pumpstationen vom Euphrat heran. Reinigungsdienste entleeren die mit grünen Entkeimungsmitteln geruchsneutral gemachten Gruben unter den Latrinen. In drei weitläufigen Kantinen gibt es Essen wie zu Hause, texanisch-mexikanische Gerichte, anglo-europäische Speisen und jede Menge Sahneeis. Ein Soldat wacht darüber, dass sich jeder vor dem Essen die Hände wäscht. Hygiene geht über alles.

Manchmal vergisst man hier fast, dass Krieg herrscht. Viele Soldaten bringen den größten Teil ihrer Zeit vor Computern und an Laptops zu. Man nimmt den Krieg nur wahr, wenn eine Ambulanz mit heulender Sirene in die Straße zum Feldlazarett einbiegt, oder wenn eine Granate neben der Kantine einschlägt.

Das Hauptquartier ist in einem ehemaligen Offizierskasino des alten Regimes untergebracht. Schon zur Zeit Saddam Husseins brodelte es in Falludscha. Die meisten Imams waren Repressalien und Verfolgungen ausgesetzt, weil sie sich weigerten, dem großen Führer in ihren Predigten gebührend zu huldigen. Die Stadt liegt an einem alten Handelsweg, über den der Wahhabismus aus Saudi-Arabien in sie eingedrungen war. Außerdem hat sie wegen eines Autobahnkreuzes am östlichen und der Euphratbrücke am westlichen Stadtrand große strategische Bedeutung.

Das Offizierskasino hat den Pomp und falschen Glanz des gestürzten Regimes bewahrt, außen eine klassizistische Fassade und innen Barock mit abgehängter Thermodecke. Für die Besatzungsmacht sind die Räume nicht mehr als eine Notunterkunft. Hoch auf Paletten aufgetürmt, stehen Mineralwasserkisten im Foyer. Schusssichere Westen und Helme hängen an roh gezimmerten Kleiderständern. Oberstleutnant Richard Miles, Adjutant des Oberkommandeurs, lehnt sich in einem Drehsessel zurück, zieht eine Pistole und richtet den Infrarotstrahl auf ein wandfüllendes Satellitenbild Falludschas.

Miles hat den Charme eines Eisblocks und das herablassende Auftreten eines deutschen Wehrmachtoffiziers in einem amerikanischen Kriegsfilm. Der Wahlspruch seiner Truppe ist ein Diktum Theodore Roosevelts: "Achtung gebührt nur dem, der sich in der Arena bewährt, dessen Gesicht von Staub und Schweiß und Blut gezeichnet ist … und der, falls er scheitert, weiß, dass er seinen Platz dennoch nicht mit jenen gefühlsarmen und ängstlichen Seelenhäufchen teilen muss, die weder Sieg noch Niederlage kennen."

Auf dem Satellitenbild umreißt Miles mit dem roten Punkt aus seiner Pistole, wie die Stadt nach der Eroberung strategisch neu geordnet wurde. Die quer hindurchführende Fernstraße von Bagdad nach Amman heißt jetzt Militärversorgungsstraße Michigan. Alle anderen Straßen tragen amerikanische Vornamen, weibliche im Norden und männliche im Süden. Neulich war Miles in der Stadt. Er sei hocherfreut gewesen, erzählt er mit einem dünn um seinen Mund spielenden Lächeln, wie das Leben sich normalisiere und wie die Menschen in den Läden und den Werkstätten wieder ihren Geschäften nachgingen. Sonst ist nicht sonderlich viel aus Miles herauszubekommen. Fragt man ihn etwas, wendet er sich an einen neben ihm sitzenden Offizier: "Können wir ihm das sagen, oder unterliegt das der Geheimhaltung?" Kurz nach unserem Gespräch ist mein Notizbuch verschwunden.

Zwischen 65 und 85 Prozent der Einwohner sind arbeitslos

Oberstleutnant Harvey Williams ist ein umgänglicherer Mann. Er leitet eine 200 Mann starke Civil Affairs Group, eine Abteilung für Zivilangelegenheiten. Er hat eine Präsentation darüber zusammengestellt, was jetzt für Falludscha getan wird. Sie liest sich eindrucksvoll. Da ist von 850.000 Dollar für Trümmerbeseitigung die Rede, von 2,2 Millionen Dollar für die Reparatur der Abwasserkanäle, von 6,5 Millionen für die Instandsetzung der Wasserversorgung und von 34 Millionen Dollar für das Stromnetz. Bislang steht das allerdings unter der Überschrift "Der Weg in die Zukunft".

In der Stadt ist von Wiederaufbau wenig zu sehen. Irgendwo wird ein Graben ausgehoben. Anderswo sitzt ein einsamer Elektriker auf einem Strommast. Ein Grund für den schleppenden Fortschritt, sagt Williams, sei der Mangel an funktionierenden Handwerksbetrieben und qualifizierten Technikern. Für ausländische Ingenieure ist die Arbeit zu gefährlich. Firmen aus Bagdad kommen ohne Sicherheitsbegleitung nicht aus. Die wird von Fremdfirmen wie der britischen Privatarmee Aegis Defence Services gestellt. Aegis’ Auftragsvolumen im Irak beträgt das Siebenfache des gesamten amerikanischen Wiederaufbauetats für Falludscha.

Doch der Aufbau der Infrastruktur, für den seine Einheit zuständig ist, komme zügig voran, sagt Williams. Die Straßen seien wieder befahrbar, der Schutt sei abgeräumt worden und neuer Müll werde weiterhin beseitigt. "Die Iraker haben da eine andere Einstellung als wir", merkt er pikiert an, "die schmeißen Abfälle einfach vor ihre Häuser."

Auch die Wasserversorgung funktioniere wieder, in weiten Teilen der Stadt gebe es zumindest eine eingeschränkte Stromversorgung, und ein völlig neues Abwassersystem sei im Bau. Für alles andere, also vor allem für individuelle Wasser- und Stromanschlüsse, seien nicht die USA, sondern sei die irakische Regierung zuständig, ebenso für die Abfindung von Hausbesitzern für die von ihnen erlittenen Schäden.

Die Falludscha-Falle

Die belaufen sich auf 600 Millionen Dollar, 14-mal so viel, wie die USA in der Stadt auszugeben planen. Zuerst versprach Bagdad Hauseignern je nach Grad der Zerstörung eine Wiedergutmachung von 2.000, 4.000 oder 10.000 Dollar. Dann begrenzte das zuständige Ministerium die Entschädigungssumme auf 20 Prozent der Schadenssummen. Bislang hat das Ministerium 23.300 Schecks über insgesamt 43 Millionen Dollar ausgestellt. Im Durchschnitt ist jeder Scheck also 1.845 Dollar wert – viel zu wenig, um an einen Wiederaufbau oder einen Neubau überhaupt nur zu denken.

Die Amerikaner halten sich da völlig raus. Sie dürften nur öffentliche Projekte unterstützen, sagt Williams. Das sei in den Statuten der staatlichen Hilfsorganisation USAid festgeschrieben. Er ist perplex über die Annahme, die USA schuldeten den Hausbesitzern etwas: "Wenn ich mir das vom Standpunkt eines Geschäftsmannes aus betrachte, so war die Rückeroberung der Stadt eine Dienstleistung, die wir für die irakische Regierung erfüllt haben. Der Auftraggeber muss die Folgen für die Ausführung eines solchen Auftrags selber tragen."

Der Einwand, die Schlacht sei als Teil des "Kriegs gegen den Terror" im Eigeninteresse der amerikanischen Regierung geführt worden, verfängt bei ihm nicht. "Krieg", gibt er ungerührt zurück, "ist eine schreckliche Sache."

Zwischen 65 und 85 Prozent der Bevölkerung Falludschas sind heute arbeitslos. Kilometerlange Lastwagenkolonnen stehen an der Autobahn nach Bagdad vor Tankstellen, die keinen Tropfen Treibstoff haben. Die Tore sämtlicher dort angesiedelten Fabriken sind verbarrikadiert. Eine ganze Industrielandschaft liegt brach.

Söldner erzählen von zunehmenden Aktivitäten der Aufständischen in der Stadt. Sie kommen aus Bagdad, wo Großrazzien der amerikanischen Streitkräfte sie in die Flucht geschlagen haben. Jetzt sickerten sie in Falludscha ein, trotz des um die Stadt geworfenen Kordons. Um Rekruten brauchen die Rebellen sich nicht zu sorgen. Das Heer der Arbeitslosen bildet ein unerschöpfliches Reservoir.

Der Aufstand ist einer der wenigen lohnenden Broterwerbe, sofern die unter Soldaten kursierenden Behauptungen stimmen, dass Aufständische 150 Dollar für jede erfolgreich platzierte Sprengladung erhalten. Auf GIs soll ein Kopfgeld von 500 Dollar stehen, auf Mitglieder von Spezialeinheiten und Elitetruppen 5.000 Dollar.

Leutnant Cameron Chens Leute sind stolz darauf, dass sie in die 5.000-Dollar-Kategorie gehören. Ihre Aufgabe ist es, nicht explodierte Bomben zu entschärfen, die seit November in Hauswänden stecken oder unter Trümmern verschüttet sind. Außerdem müssen sie Waffenlager der Aufständischen sprengen und von den Aufrührern gelegte Sprengsätze unschädlich machen.

Chen wirkt wie ein Fremdkörper in der von schneidigem Korpsgeist bestimmten Welt der Marineinfanterie. Sein Zimmer sieht aus wie eine Studentenbude. Er geht mit seinen Untergebenen wie mit Kommilitonen um. Einmal erzählt er in melancholischem Ton eine Geschichte, die wie ein Liebesfilm ohne Happy End klingt. Während des republikanischen Parteitages letztes Jahr in New York war er dem Sicherheitskordon um Madison Square Garden zugeteilt. Ein Demonstrationszug marschierte vorbei, in vorderster Reihe Jesse Jackson und, neben ihm, dessen Hand haltend, eine Jugendfreundin Chens. Sie hatte sich den Ehrenplatz durch eine spektakuläre Protestaktion gegen den Krieg erkämpft. Er stand auf der anderen Seite, er sah die Freundin und ahnte, welch unüberbrückbare Kluft sich zwischen ihnen aufgetan hatte.

Das Bild, das Chen sich von den Aufständischen macht, ist einigermaßen anders als das von George Bush und Tony Blair entworfene Schreckgespenst raffinierter, global agierender Terroristen, die kurz davor stehen, die Welt mit Chemie- und Massenvernichtungswaffen heimzusuchen. Er sieht in ihnen auch keine Inbilder des Bösen, sondern "von faschistischen Imams in die Irre geführte Jugendliche, in ihrer Mentalität nicht anders als die Mitglieder von Straßenbanden in Los Angeles".

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Die Bomben und Mörser, die sie bastelten, sagt er, seien primitiv. Wenn ihnen modernere Waffen in die Hände fielen, wüssten sie nicht recht, wie man damit umgeht. Sie könnten nicht einmal Flugbahnen berechnen, eine Grundlektion jeder Infanterieausbildung. Trotzdem können ihre Angriffe entsetzliche Blutbäder anrichten.

Einmal fliegt ein Selbstmordauto vorzeitig in die Luft. Die Leiche des Fahrers hängt aus der aufgerissenen Tür. Die obere Schädelhälfte ist wie abgesägt, Blut und Hirnmasse quellen daraus hervor. Chens Leute ziehen den Körper heraus, fassen ihn an den Hosenbeinen, schleifen ihn über den Asphalt. Lassen ihn fallen. Von dem Beifahrer sind nur noch ein paar Fleischfetzen übrig.

Um hier nicht verrückt zu werden, sagt Chen, müssten seine Jungs sich Abwechslung verschaffen, ihre Kreativität ausleben. Kürzlich drehten sie ein Video, eine Persiflage auf die in den USA populäre BBC-Serie Changing Rooms, in der tuntige Innenarchitekten und Raumausstatter Zuschauern ihre Wohnungen neu gestalten. Chen und die anderen hatten gerade ein Waffenlager ausgehoben. Sie gingen durch die Räume des Hauses, in dem es verborgen war, und kommentierten manieriert, das Wohnzimmer brauche mehr Licht, der Wandanstrich sei indiskutabel, und das Küchenfenster sei einfach zu winzig. "Wir nehmen jetzt kleine Änderungen vor, um all das zu ändern." Schnitt. Die Kamera entfernt sich. Die kleinen Änderungen werden ausgeführt. "Jetzt wollen wir doch mal sehen, was wir erreicht haben." Schwenk. Von dem Haus ist nichts mehr übrig, es ist wie vom Erdboden verschwunden. "All ihr irakischen Rebellen", flötet der "Moderator" ins Bild, "wenn ihr euch einen Umbau eurer Wohnungen erträumt – ruft uns doch an!"

Bei anderer Gelegenheit lässt das Team 17 Pfund Plastiksprengstoff detonieren. Der Sprengstoff liegt in einer Grube unter einem tonnenschweren Rad aus Stahl. Aus hundert Meter Entfernung sieht man einen haushoch aufflammenden Blitz, gefolgt von einer riesigen Staubwolke. Das Stahlrad landet völlig verformt 15 Meter vom Explosionsherd entfernt. 17 Pfund ist die typische Größenordnung am Straßenrand versteckter Bomben.

In der zweiten Junihälfte zerbricht der erzwungene Frieden. Ein Selbstmordattentäter tötet im Stadtzentrum fünf Menschen. Die Attacke gilt dem Bürgermeister. Der hat Glück und entkommt unverletzt. Einige Tage später gelingt es einem Aufständischen, sein mit Sprengstoff voll geladenes Auto auf der "Michigan" in einen mit weiblichen Soldaten beladenen Truppentransporter zu rammen. Es handelt sich um einen Siebentonner, den ein Offizier aufgrund seiner Bauweise als "relativ unempfindlich gegen Angriffe" beschrieben hatte. Sechs GIs kommen ums Leben, 13 Soldaten und Soldatinnen werden verletzt. Am gleichen Tag wird ein 23-jähriger Gefreiter aus Los Angeles erschossen. Die Widerständler behaupten, obendrein vier Marineinfanteristen gefangen genommen zu haben. Die Armeeführung streitet das kategorisch ab.

Ein Sandsturm hat den Hubschrauberverkehr lahm gelegt. Ein Konvoi ist die einzige Möglichkeit, Camp Falludscha zu verlassen. Die Konvois fahren nur nachts, zu stets wechselnder Zeit, damit die Aufständischen keinen Plan erkennen können. Die Abfahrt wird plötzlich um zwei Stunden vorverlegt. Es ist noch hell. Die Motoren heulen auf. Ein hoher Beamter des State Department mit seinen Mitarbeitern, die das Militärlager besucht hatten – die Stadt bekamen sie aus Sicherheitsgründen nicht zu sehen –, und ich fahren auf der Ladefläche eines der angeblich so widerstandsfähigen Siebentonner mit. Die Ladeklappen sind mit Stahlplatten armiert. Aus dem Fahrerhaus ragt ein stahlummantelter Maschinengewehrstand.

In hohem Tempo donnert der Konvoi auf der Fernstraße nach Basra

Die Falludscha-Falle

Vor dem äußeren Schanzwerk werden die Gewehre scharf gemacht. Dann kurven ein Dutzend gepanzerte Militärfahrzeuge und 36 von Einheimischen gesteuerte, ungepanzerte Sattelschlepper auf einem wilden Slalomkurs zwischen mannshohen Erdwällen, einer weiteren Schutzvorrichtung gegen Selbstmordbomber, auf die südlich am Lager vorbeiführende Fernstraße nach Basra. Die wenigen Autos, die unterwegs sind, halten in gehörigem Abstand an.

Im Westen sinkt ein riesiger Sonnenball in den abendlichen Staubnebel. Der Konvoi donnert in hohem Tempo durch die einsetzende Dämmerung. Plötzlich kommt der Lastzug vor uns ins Schleudern, bleibt quer auf der Fahrbahn stehen. Soldaten springen von den Panzerwagen, reißen die Türen des Fahrerhauses auf, halten ihre Gewehre hinein. Der Fahrer ist von einer Kugel ins Knie getroffen worden. Woher kam sie? Wurde sie aus einem Wagen auf der Gegenfahrbahn abgefeuert?

Niemand weiß es. Hauptsache, der Konvoi kommt wieder in Bewegung, sonst wird er zur Zielscheibe. Der Verletzte wird auf den Beifahrersitz gehoben, sein Beifahrer übernimmt das Steuer. Ein Stück weiter, mittlerweile ist es dunkel, biegt die Lastwagenkolonne über die Gegenfahrbahn in eine Nebenstraße ab. Ein Trupp Soldaten stoppt den Gegenverkehr. Drei Wagen bleiben nicht stehen. Die Soldaten feuern Leuchtkugeln ab. Zwei Wagen halten immer noch nicht an. Jetzt zielen sie in die Autos und schießen scharf. In die Motorblöcke. Ob den Insassen etwas passiert? Das ist kein Gedanke, der einen in solch einer Situation allzu viel quält.

Spätnachts kommen die Fahrzeuge auf einem riesigen Autohof südwestlich von Bagdad an. Lichterflackern, Motorenheulen, der allgegenwärtige Staub. Der unterwegs verletzte Fahrer kauert, ein Häufchen Elend jetzt, in seinem Führerhaus. Er braucht ärztliche Hilfe. Aber niemand hat Zeit für ihn. Erst muss ein neuer Konvoi auf den Weg gebracht werden. Falludscha wartet auf Nachschub.