Nun hat auch die FDP ihr Wahlprogramm offeriert. Steuern runter, Bundesagentur für Arbeit weg, Krankenversicherung privat – und die Rente? Ist, wie bei den anderen Parteien auch, kein zentraler Punkt. Auf diesem Gebiet wirken die konkurrierenden Durchregierungsprogramme wie ein einziges Schweigekartell. Da trifft es sich schlecht für die Parteien, dass soeben bekannt wird: Der Rentenkasse wird am Ende des Sommers das Geld ausgehen, und der Bund muss zum ersten Mal seit 20 Jahren eingreifen.

Das ist noch kein Auswuchs der alternden Gesellschaft, sondern nur der schlechten Konjunktur und der Tatsache geschuldet, dass Regierung und Opposition die Kassenreserve im Konsens bis auf den Boden geplündert haben. Insofern ist es kein Drama, sondern die ganz normale Posse. Allem Jong-lieren zum Trotz muss der Finanzminister am Ende die Rechnung begleichen.

Wichtiger ist: Auf einmal scheint ein grelles Licht ins Rentenloch der Parteiprogramme. Warum dem Bürger sagen, dass er die volle Rente künftig wohl nur noch kassieren kann, wenn er bis 67 arbeitet? Wozu ihn kirre machen mit Fragen der Verteilungsgerechtigkeit zwischen den Generationen? Weshalb ihn darauf aufmerksam machen, dass er mehr private oder betriebliche Vorsorge braucht?

Das alles wurde bis zu dem Tag diskutiert, als Gerhard Schröder zur Neuwahl aufrief. Und es kommt nach der Abstimmung wieder auf den Tisch.