Um es gleich vorweg in den Worten des Hauptdarstellers Tom Gerhardt zu sagen: Dieser Film ist volle Möhre beknackt. Siegfried heißt er und soll eine Parodie auf die Nibelungensage sein. Regie führte Sven Unterwaldt, verantwortlich für Sieben Zwerge - Männer allein im Wald. Das Ergebnis ist eine Mischung aus Schweinchen Babe, Robin Hood und Ballermann 6 - Letzteres ein stilbildendes Werk von Gerhardt. Die Idee zu Siegfried, sagt er, sei ihm bei einem Glas Caipirinha im seichten Wasser eines Kinderswimmingpools gekommen. Das erklärt einiges. Dabei hätte es wirklich lustig werden können.

Aus dem urdeutschen Heldenstoff alle Luft rauszulassen ist schließlich kein schlechter Einfall, und tatsächlich lässt Gerhardt jeden Sinn geräuschvoll entweichen - nur viel zu schnell. Nach ungefähr drei Minuten ist er draußen.

Gerade hat Mime, der Schmied, das ausgesetzte Siegfried-Baby aus dem Rhein gerettet. Zum Dank kotzt ihm der Kleine ins Gesicht und gluckst vergnügt in die Kamera. Spätestens hier ist es erreicht, das Ende der Ironie, wie es die deutschen Popliteraten vor einigen Jahren kommen sahen. Allerdings nicht, wie sie es sich vorgestellt hatten: Siegfried ist Ironie im Endstadium, kraftlos, ziellos, wahllos. Eine Parodie, die keine mehr ist, weil sie nicht mehr weiß, worüber und wozu sie sich lustig macht. Sie steht damit stellvertretend für eine Reihe aktueller deutscher Komödien: Max und Moritz reloaded, Sieben Zwerge und das tuntig verklemmte (T)raumschiff Surprise. Wie in Siegfried ist die Ironie hier nur noch Vorwand für ein besoffenes Bad im Plantschbecken.

Aber volle Möhre.